Fertiggerichte: Wie gut ist Schlemmerfilet à la Bordelaise?
Wer eine einfache Mahlzeit ohne viel Aufwand mag, greift gern zu Fertiggerichten aus der Tiefkühltruhe: Schlemmerfilet à la Bordelaise ist ein Klassiker, aber was steckt drin?
Hauptzutat der sogenannten Schlemmerfilets ist Alaska-Seelachs. Seit den 1970er-Jahren ist Alaska-Seelachs in Deutschland sehr beliebt. 2024 hatte er mit 14,9 Prozent nach Lachs den zweitgrößten Anteil am Fischkonsum. Noch an Bord der Schiffe werden die Tiere in Blöcken tiefgefroren. Diese lassen sich dann zu Fischstäbchen oder dem Schlemmerfilet verarbeiten. Auf dem Teller landet daher nicht das Filet eines einzelnen Seelachses, sondern das Filet mehrerer Fische.
Wie viel Fisch steckt im Schlemmerfilet?
Laut den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs muss der Fisch-Anteil bei einem Schlemmerfilet "à la Bordelaise" mindestens 70 Prozent betragen. Bei einem Schlemmerfilet ohne den Zusatz "à la Bordelaise" sind es mindestens 50 Prozent. Bei einer aktuellen Stichprobe zeigt sich: Fast alle Hersteller halten sich an diese Richtlinien. Der Hersteller Iglo produziert allerdings zwei Varianten seines "Schlemmerfilets à la Bordelaise": "classic" und "knusprig-kross". Letzteres enthält nur rund 50 Prozent Fisch. Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin sieht darin einen klaren Verstoß gegen die Leitsätze: "Wir haben Iglo deswegen jetzt schon zum zweiten Mal abgemahnt - das ist so nicht in Ordnung."
Beim Einkauf sollten sich Verbraucher zudem nicht von Prozent-Zahlen auf der Vorderseite der Verpackung wie beispielsweise "100 Prozent Filet" leiten lassen, sondern genau auf die Prozent-Angaben in den Zutatenlisten schauen und aufpassen, was sie sich in den Einkaufswagen legen.
Kräuterkruste erhöht den Fettgehalt
Alaska-Seelachs ist eigentlich ein fettarmer Fisch. Im Vergleich zu Lachs und Hering liefert er dabei auch deutlich weniger gesunde Omega-3-Fettsäuren. Durch die Kräuterkruste enthält das Fertiggericht aber durchaus bis zu zehn Prozent Fett. Bei einer 200-Gramm-Portion kommen so schnell 350 Kilokalorien zusammen. Wer dazu neigt, mehr als die Hälfte der Packung oder noch eine üppige Beilage dazu zu essen, hat also schnell mehr Kalorien aufgenommen, als für eine Mahlzeit ratsam ist.
Eine Alternative: den Klassiker mit wenigen Handgriffen einfach selbst machen.
Nachhaltigkeitsiegel in der Kritik
Alle Produkte in der aktuellen Stichprobe waren mit dem Nachhaltigkeitssiegel MSC gelabelt. Kritik daran kommt von der Umweltschutzorganisation Greenpeace: "Man sieht ja schon: Alle Produkte haben das MSC-Siegel. Die Befürchtung ist, dass es inflationär genutzt wird und keinen Wert in Bezug auf Nachhaltigkeit hat", sagt Daniela von Schaper von Greenpeace.
MSC zertifiziert teilweise auch Grundschleppnetz-Fischerei: Diese sei nicht per se abzulehnen, sondern könne in bestimmten Bereichen auch nachhaltig funktionieren. Greenpeace widerspricht dem vehement.
