Feuerwehr: Für wen eignet sich das Ehrenamt?
Ob Feuer oder Rettungseinsatz: Die Feuerwehren sind unverzichtbar und auf Nachwuchs angewiesen. Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen? Wie verlaufen Ausbildung und Einsatz?
Brände löschen, Verletzte nach Unfällen bergen, bei Unwettern mit technischer Hilfe unterstützen: Ohne die Feuerwehren geht nichts. Ende 2022 gab es in Deutschland laut Deutschem Feuerwehrverband 23.297 Freiwillige Feuerwehren und 116 Berufsfeuerwehren. Mit etwa einer Million Menschen waren die mit Abstand meisten bei den Freiwilligen Feuerwehren aktiv, in den Berufsfeuerwehren mehr als 35.000 Menschen tätig. Damit ist die Freiwillige Feuerwehr eine der größten Gruppen, die sich hierzulande ehrenamtlich engagiert.
Das macht das Ehrenamt besonders
Die Feuerwehrleute, die ganz normalen Berufen nachgehen, rücken immer dann aus, wenn sie gebraucht werden. Viele erleben die Hilfe für andere als positiv. Sie schätzen das Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt, die vielfältige Arbeit, die Verantwortung und Anerkennung, die sie erfahren. Außerdem können sie sich dank vieler Fortbildungsmöglichkeiten stetig weiterentwickeln.
Muss man für die Freiwillige Feuerwehr bezahlen?
Wer sich bei einer Freiwilligen Feuerwehr in der Nähe engagieren möchte, kann das ehrenamtlich, also unentgeltlich tun. Ist die Feuerwehr eine Organisation der Stadt oder Gemeinde, wird sie von dieser finanziert und der Eintritt ist kostenfrei. Neben den kommunalen Feuerwehren gibt es auch Feuerwehrvereine, die nicht nur Personal stellen, sondern sich auch um das kameradschaftliche Miteinander, Feste und Aktivitäten kümmern. In den Vereinen kann man Mitglied werden und zahlt dann einen Beitrag von etwa 15 bis 50 Euro im Jahr.
Außerdem kann man die Feuerwehren durch Spenden unterstützen. Die Kosten für die Ausbildung und persönliche Ausrüstung tragen die Feuerwehren.
Was braucht man, um zur Freiwilligen Feuerwehr zu gehen?
Das Mindestalter, um in die Freiwillige Feuerwehr aufgenommen zu werden, liegt in der Regel bei 18 Jahren, in einigen Bundesländern bei 16. Die Aufnahmekriterien unterscheiden sich zum Teil, am besten informiert man sich direkt bei der Feuerwehr vor Ort. Voraussetzung für den Einsatz bei der Brandbekämpfung sind grundsätzlich körperliche und geistige Fitness, meist werden ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Gesundheitscheck verlangt. Von Vorteil sind eine gewisse Begeisterung für Technik und Teamarbeit.
Grundsätzlich sollte man schwindelfrei sein. Ist das nicht der Fall, prüfen die Feuerwehren aber in der Regel, ob es andere Einsatzmöglichkeiten gibt. Die Feuerwehren sind bestrebt, Menschen nach ihren Neigungen und Kompetenzen einzusetzen. Das kann bedeuten, dass man bei Unfällen in der zweiten Reihe steht oder für die Straßensperrung eingesetzt wird oder bei einem Brand Schläuche ausrollt.
Ausbildung bei der Freiwilligen Feuerwehr
Um an Einsätzen teilnehmen zu können, muss eine Grundausbildung mit theoretischem und praktischem Unterricht absolviert werden. Sie umfasst mindestens 70 Stunden, findet meist an mehreren Wochenenden statt und wird mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung abgeschlossen. In der Ausbildung geht es um rechtliche Grundlagen, die Funktion von Geräten und Fahrzeugen, wie man Verletzten hilft und sich bei Unfällen und in Gefahrensituationen verhält.
Später im Dienst finden regelmäßig Fortbildungen statt. Außerdem gibt es spezielle Ausbildungslehrgänge wie Atemschutzgeräteträger, Rettungsschwimmer oder LKW-Führerschein sowie Sonderlehrgänge in Sanitätswesen oder Technischer Hilfe.
Wer sich unsicher ist, ob der Feuerwehrdienst zu einem passt, kann sich bei einem Tag der offenen Tür, den viele Wehren regelmäßig veranstalten, näher informieren. Manche bieten auch Schnupperausbildungen an.
Wie viel Zeit muss man für die Feuerwehr mitbringen?
Wie oft man bei der Freiwilligen Feuerwehr an Diensten und Einsätzen teilnehmen muss, ist von Wehr zu Wehr sehr unterschiedlich. Für Angestellte wichtig: Unternehmen müssen Feuerwehrleute für Einsätze, Lehrgänge und Sonderdienste freistellen. Das Gehalt wird weiter gezahlt, die Fehlzeiten bekommt der Arbeitgeber von der Stadt oder Kommune finanziell erstattet.
Für viele Ehrenamtliche ist das Engagement nicht nur ein Hobby, sondern eine Berufung, die auch Verständnis von Familie und Arbeitgeber erfordert. "Es ist viel Zeit, aber es macht auch super viel Spaß, man tut es mit Herz und Leidenschaft", so Feuerwehrfrau Theresa Balzer aus dem niedersächsischen Brome.
Wie die Feuerwehr zu einem Teil ihres Lebens wurde, beschreibt sie als "Sog". "Ich bin das erste Mal zum Übungsdienst, um reinzuschnuppen, habe mir das Ganze angeschaut und fand die Kameradschaft schon super toll, die mich da erwartet hat. Und dann war beim Fachlichen immer die Neugierde auf das Neue - und schon war ich 'infiziert'."
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