Den Garten dem Klimawandel anpassen
Durch den Klimawandel werden künftig sowohl Dürreperioden als auch Starkregen und warme Winter zunehmen. Wie lässt sich der Garten darauf vorbereiten? Welche Pflanzen eignen sich?
Frostfreie Winter, lange Dürre- oder Regenperioden, zunehmende Wetterextreme: Die Auswirkungen des Klimawandels bekommen wir bereits seit einigen Jahren zu spüren. In Norddeutschland müssen wir künftig einerseits mit Sommertrockenheit, andererseits auch mit Starkregen rechnen, so Klimaforscher Mojib Latif.
Der vergangene Winter war im Norden recht trocken, im Februar und März hat es in vielen Regionen wie etwa in Hamburg kaum geregnet. Gerade in dieser Jahreszeit benötigen die Pflanzen aber ausreichend Feuchtigkeit, es muss also gewässert werden, damit sie nicht vertrocknen.
Regentonnen und Bewässerungsbeutel gegen Trockenheit
Um das Regenwasser an niederschlagsreichen Tagen für trockene Zeiten zu sammeln, empfiehlt es sich, an Haus- und Schuppendächern Regentonnen aufzustellen - am besten gleich mehrere. Wer einen sehr großen Garten hat, kann auch darüber nachdenken, eine Zisterne anzulegen. Generell empfiehlt es sich, möglichst wenige Flächen im Garten zu versiegeln, damit bei Regen das Wasser zurück in den Boden läuft statt in die Kanalisation.
Hält die Dürre länger an, haben nicht nur Rasen und Zierpflanzen mit Wassermangel zu kämpfen, sondern auch Bäume. Vor allem Arten mit hohem Wasserbedarf wie Eschen, Birken, Zedern und Mammutbäume leiden. Abhilfe schaffen Bewässerungsbeutel, die um den Stamm gelegt und mit größeren Mengen Wasser befüllt werden können.
Den Boden kann man durch Mulchen, etwa mit Laub, vor dem Austrocknen schützen.
Pflanzen mit Schattiernetzen vor Sonne schützen
An sehr heißen Tagen, wie sie voraussichtlich künftig häufiger auftreten, empfiehlt es sich, empfindliche Pflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Denn diese trocknet nicht nur die Erde aus, sondern kann an den Pflanzen auch regelrechte Sonnenbrände verursachen, etwa bei Tomaten und Äpfeln. Im Handel sind sogenannte Schattiernetze erhältlich, mit denen Stauden und Sträucher abgedeckt werden können. Auch ein Sonnenschirm oder -segel kann helfen.
Alternativ kann man Schatten spendende größere Stauden oder kleine Bäume zwischen die niedrigeren Pflanzen setzen. Geeignet sind Gewächse, die gut mit starker Sonneneinstrahlung zurechtkommen. Das können auch exotische Arten sein, beispielsweise die Indianerbanane.
Den Garten für Dürrezeiten wappnen
Mittelfristig kann es sinnvoll sein, den Garten umzugestalten, um ihn für bevorstehende Trockenperioden zu wappnen. Auch kleinere Veränderungen können bereits etwas bewirken, so benötigen etwa Zierrasenflächen viel Wasser. Sogenannter Extensivrasen verträgt dagegen Trockenheit gut und kann im Sommer auch braun werden. Er ist allerdings weniger repräsentativ und ähnelt eher einer Wiese. Das entsprechende Saatgut ist im Gartenhandel erhältlich.
Auf Flächen, die nicht betreten werden, kann man statt Rasen Bodendecker anpflanzen. Sie schützen vor Bodenerosion und speichern die Feuchtigkeit. Eine weitere Möglichkeit ist es, den Garten zum Präriegarten umzugestalten oder an einigen Stellen Kiesbeete anzulegen. Dabei sollte man allerdings bedenken, dass es durch den Klimawandel nicht nur zu Dürrezeiten, sondern auch zu längeren Perioden mit Dauerregen kommen kann. Mediterrane Pflanzen, die auf lange, trockene Sommer angepasst sind, kommen damit weniger gut zurecht.
Stauden für sonnige und trockene Standorte
Einige Stauden vertragen Trockenheit und Sonne relativ gut. So sind etwa Mädchenauge, Königskerze und Purpursonnenhut sehr sonnenliebend und kommen auch mit trockenen Phasen zurecht. Viele Storchschnabel-Arten, Bergenien und mediterrane Kräuter wie Salbei eignen sich ebenfalls. Ideal für trockene, sonnige Standorte sind klassische Steingartenstauden wie Polster-Glockenblume, Fetthenne und Mauerpfeffer. Auch Sukkulenten trotzen langen Dürreperioden.
Diese Balkon-Pflanzen vertragen Trockenheit
In Balkonkästen und Töpfen trocknet die Erde sehr viel schneller aus als im Beet. Besonders, wer Pflanzen auf einem Südbalkon hält, sollte deshalb möglichst zu Arten greifen, die gut mit Trockenheit zurechtkommen. Dazu zählen so beliebte Balkonpflanzen wie Geranie (Pelargonie) und Petunie, außerdem Husarenknopf, Mittagsblume oder Bauernorchidee.
Den Garten gegen Sturm und Starkregen wappnen
Nicht nur Dürre, auch Starkregen und Sturm können im Garten ihre Spuren hinterlassen. Es empfiehlt sich daher, Bäume regelmäßig auf eventuelle Schwachstellen kontrollieren zu lassen, um zu verhindern, dass bei Sturm womöglich Äste abreißen und schwere Schäden anrichten. Starkregen wiederum kann dazu führen, dass der Boden verdichtet. Hier hilft es, den Boden nach dem Regen aufzulockern, um ihn besser zu durchlüften.
Milde Winter: Neue Pflanzen, aber auch mehr Schädlinge
Mit den wärmeren, teils frostfreien Wintern bietet sich Gärtnern die Möglichkeit, auch mediterrane Gewächse wie etwa Feigen- oder Kakibaum anzupflanzen. Allerdings könnten auch Schädlinge künftig verstärkt auftreten. Damit sie im eigenen Garten nicht überhand nehmen, sollten Hobbygärtner die biologische Vielfalt fördern. Das gelingt am besten mit einer möglichst naturnahen Gartengestaltung, denn Artenvielfalt macht Gärten robuster gegenüber Schädlingen.
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