Auf dem Elberadweg von Hitzacker nach Cuxhaven

Stand: 03.04.2025 17:25 Uhr

Der Elberadweg führt von Tschechien bis an die Nordsee und ist eine der beliebtesten Radstrecken in Deutschland. Ein reizvoller Abschnitt im Norden ist die etwa 250 Kilometer lange Strecke von Hitzacker nach Cuxhaven.

Die Elbe zählt zu den letzten natürlichen Flusslandschaften in Mitteleuropa. Die einzigartige Landschaft entlang des Stroms lässt sich gut auf dem Elberadweg erleben. Er führt auf knapp 1.300 Kilometern von der Quelle im tschechischen Riesengebirge bis zur Mündung in Cuxhaven und passiert dabei sieben Bundesländer. Die Route ist durchgängig gut ausgebaut und in Deutschland mit dem Elbradweg-Logo, einem blauen E, beschildert.

Die Fahrt entlang der Elbe eignet sich für kleine und große Touren gleichermaßen. Ein besonders reizvoller Abschnitt in Norddeutschland sind die etwa 250 Kilometer von Hitzacker nach Cuxhaven. Der Radweg führt zunächst durch die Elbtalaue und über die Elbhöhen. Ab Hamburg wird die imposante Flusslandschaft dann zunehmend weiter und flacher und gibt den Blick frei auf riesige Containerschiffe, die auf der Elbe unterwegs sind.

Kleine und große Touren entlang der Elbe möglich

Markierung für den Elberadweg auf Pflastersteinen. © Colourbox Foto: Heiko Kueverling
So sieht das Logo des Elberadwegs aus. Labe ist der tschechische Name für den Fluss.

Für den norddeutschen Abschnitt benötigt man je nach Tempo drei bis sechs Tage. Die einzelnen Etappen lassen sich individuell verlängern oder verkürzen und auch gut als Tages- oder Halbtagestour fahren. Auf einem Großteil der Strecke verläuft der Radweg wahlweise rechts und links der Elbe. Da es nur wenige Brücken und Fähren gibt, sollte man vorher planen, welche Orte man besuchen möchte und prüfen, wo ein Wechsel der Seite möglich ist. Wer den Wind scheut, der meist aus westlicher Richtung weht, sollte die Strecke in umgekehrter Richtung fahren.

Von Hitzacker über Bleckede nach Lauenburg (etwa 54 km)

Blick auf die Altstadt von Hitzacker vom Weinberg aus. © NDR Foto: Irene Altenmüller
Vom Weinberg in Hitzacker fällt der Blick auf die liebevoll restaurierte Altstadt und die Elbtalaue.

Startpunkt der Tour ist Hitzacker im Wendland, eine malerische Kleinstadt mit historischen Fachwerkhäusern, Hafen und einem alten Weinberg, der ein idealer Aussichtspunkt ist. Am linken oder rechten Elbufer führt der Radweg wahlweise flussabwärts nach Bleckede. Dieser Abschnitt ist geprägt von der weiten Landschaft der Niedersächsischen Elbtalaue. Während die Strecke am rechten Ufer relativ flach ist, gilt es am linken Ufer einige Höhenmeter zu überwinden, etwa beim Anstieg zum 86 Meter hohen Kniepenberg mit 13 Prozent Steigung. Belohnt wird man mit einem fantastischen Blick vom Aussichtsturm.

Wer auf der Weiterfahrt nach Lauenburg auf der linken Elbseite bleibt, kann sich auf der flachen Strecke ausruhen und den Blick auf die eiszeitlichen Erhebungen am anderen Ufer genießen. Der rechte Abschnitt ist von den Elbhöhen mit Steigungen geprägt. In Lauenburg lohnt ein Stopp in der hübschen Altstadt mit Fachwerkhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Interessant ist auch ein Besuch im Elbschifffahrtsmuseum. Wer große Steigungen nicht scheut, kann zum höchsten Aussichtspunkt der Stadt radeln, dem Askanierblick direkt am Schloss.

Von Lauenburg über Geesthacht nach Hamburg (etwa 60 km)

Zwei Schiffe in der Schleuse von Geesthacht. © Stadt Geesthacht Foto: Stadt Geesthacht
Von der Elbbrücke in Geesthacht bietet sich ein imposanter Blick auf Schiffsverkehr und Schleuse.

Von Lauenburg geht es weiter - entweder über das Hohe Elbufer auf der rechten oder am Deich entlang auf der niedersächsichen Seite nach Geesthacht. Dort besteht die Möglichkeit, den Fluss über die Elbbrücke zu überqueren. Sie bietet einen guten Blick auf die Schleusen und das große Stauwehr, das den Einfluss der Gezeiten auf die mittlere und obere Elbe begrenzt, sowie auf die imposante Fischtreppe.

Nach gut 13 Kilometern ist das Zollenspieker Fährhaus erreicht, das bereits zu Hamburg gehört. Wer die südliche Route gewählt hat, muss hier mit der Fähre von Niedersachsen übersetzen, denn nun führt der Elberadweg ausschließlich rechtselbisch nach Hamburg - zunächst durch die weite Landschaft der Vier- und Marschlande, dann über die Elbinsel Kaltehofe direkt zu den St. Pauli Landungsbrücken am Hafen.

Von Hamburg nach Stade (48 km) oder Glückstadt (etwa 65 km)

Ein Radfahrer fährt auf dem Elberadweg durchs Alte Land vorbei an blühenden Obstbäumen, im Hintergrund ist ein Containerschiff auf der Elbe zu sehen. © picture alliance/blickwinkel Foto: G. Franz
Obstbäume und große Containerschiffe auf der Elbe: Das bietet die Strecke durchs Alte Land.

Im Hamburger Hafen muss man sich wieder für eine Elbseite entscheiden. Option eins: Von den Landungsbrücken mit der Fähre (Linie 62) bis nach Finkenwerder. Von dort führt die flache Strecke meist am Deich entlang durchs Alte Land. Das weitläufige Obstanbaugebiet ist nicht nur zur Apfel- und Kirschblüte im Frühling landschaftlich reizvoll. Ziel der Etappe ist Stade - eine charmante Fachwerkstadt mit altem Hafen. Wer die Etappe etwas verlängern bzw. die letzte Etappe verkürzen möchte, kann bis Drochtersen (+ 18 km) oder Wischhafen (+ 26 km) fahren.

Option zwei: Auf der rechten Elbseite bleiben und über Altona und die Hamburger Elbvororte - am engen Weg am Strand bei Övelgönne muss man das Rad ein paar Hundert Meter schieben - nach Wedel, durch die Haseldorfer Marsch bis nach Glückstadt radeln. Dort lohnt ein Bummel durch die denkmalgeschützte Altstadt und den Hafen. Die Strecke ist teils von ausgedehnten Strandabschnitten gesäumt, eine Besonderheit ist der Ort Kronsnest mit Deutschlands kleinster Fähre über die Krückau. Sie fährt von Mai bis Oktober.

Eine Alternative ist die Route über das Sperrwerk, das allerdings nur an Wochenenden und Feiertagen von Mai bis Oktober durchgehend passierbar ist. Wer zu anderen Zeiten unterwegs ist, muss bis zur nächsten Brücke ins Landesinnere nach Elmshorn radeln. Das ist zwar die offizielle Strecke des Elberadwegs, bedeutet aber gut 15 Kilometer mehr.

Von Glückstadt nach Cuxhaven (64 km)

Zwei Leuchttürme stehen im Ort Balje an der Elbe. © NDR Foto: Jana Köster
Außendeiche, Marschwiesen und Ackerland prägen das Gebiet um Balje.

Zunächst geht es mit der Fähre von Glückstadt nach Wischhafen. Von dort führt die Strecke nach Freiburg/Elbe und dann in westlicher Richtung durchs flache Kehdinger Land. Diese Region ist dünn besiedelt, von Feldern und Feuchtgebieten geprägt. Teile stehen als Wildvogelreservat unter Naturschutz. In Balje überquert man die Oste über das Sperrwerk und fährt weiter nach Otterndorf. In dem Nordseebad lohnt sich ein Besuch der Altstadt mit vielen historischen Häusern und modernen Skulpturen. Nach 20 Kilometern, die überwiegend direkt an der Elbe verlaufen, ist das Ziel der Tour erreicht.

Von Stade nach Cuxhaven (100 km)

Die letzte Etappe von Stade aus ist die längste, aber durchweg flach. Der Elberadweg führt in nördlicher Richtung durch Wiesen und Felder zurück zum Fluss und durch das Naturschutzgebiet Asseler Sand über den Ruthenstrom auf die ehemalige Elbinsel Krautsand. Dort lohnt ein Abstecher zum Strand, bevor es weiter nach Wischhafen geht. Von dort verläuft die Tour wie oben beschrieben.

Im Nordseebad Cuxhaven

Zwei Urlauber wandern durchs Watt vor der Insel Neuwerk © Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH
In Cuxhaven lohnt eine Wattwanderung zur Insel Neuwerk.

Das Seebad an der Elbmündung punktet mit einem langen Sandstrand. Ein Ausflugsklassiker ist eine Wattwanderung zur Insel Neuwerk. Vom Strand in Cuxhaven-Döse sind alle drei deutschen Wattenmeer-Nationalparks zu sehen. Cuxhavens Wahrzeichen, die Kugelbake, ist der nordöstlichste Punkt des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Auf der anderen Seite der Elbe liegt der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Neuwerk und ihre umgebenden Wattflächen gehören zum Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer.

Weitere Informationen
Segelschiff an der Kugelbake in Cuxhaven © imago/imagebroker

Cuxhaven: Strand, Watt und Schiffe

Schiffe bestaunen, frischen Fisch genießen, Wattwandern: Das ist typisch für Cuxhaven, das Nordseebad an der Elbmündung. mehr

Routen entlang der Elbe planen

Die Auswahl an Unterkünften am Elberadweg ist groß und reicht vom Campingplatz über Privatzimmer, Pensionen und Jugendherbergen bis zum Sterne-Hotel. Da in den Ferien und an langen Wochenenden viele Radfahrer unterwegs sind, ist für diese Zeiten eine Buchung im Voraus ratsam. Viele Gemeinden entlang der Elbe bieten auch organisierte Touren für Alleinreisende, Gruppen oder Familien an - auf Wunsch mit Gepäcktransport und Leihrad.

Der Elbe-Radwanderbus mit Fahrradanhänger ist ideal, um zwischen Hamburg und Elbmündung Strecken abzukürzen. Er verkehrt in der Saison an Wochenenden und Feiertagen mehrmals täglich parallel zum Elberadweg.

Detaillierte Informationen zum Routenverlauf, Tipps sowie weiterführende Links zu den Tourismusverbänden bietet die offizielle Website des Elberadwegs.

Karte: Von Hitzacker nach Cuxhaven per Rad (grober Verlauf)

Weitere Informationen
Naturpark Ranger Florian Kaduk vom WWF (rechts) erklärt Reporter Thilo Tautz die Auenwälder in der Nähe von Dessau. © NDR/Heinz Galling
ARD Mediathek

Elberadweg extrem - Unterwegs nach Dessau

Hochwasser, Kultur und viel Natur - das alles erlebt Hanseblick-Reporter Thilo Tautz auf seiner Radtour entlang der Elbe. Video

Die Nähe zur Elbe macht die Elbmarsch zu einer beliebten Freizeit- und Urlaubsregion. © NDR/Nathalie Siegler
ARD Mediathek

Die Elbmarsch entdecken

An der Elbe und den Marschweiden gibt es vieles zu entdecken: den Elberadweg, gemütliche Campingplätze und spektakuläre Events. Video

Der Elbe-Radwanderbus mit Fahrradanhänger an der Elbe © Tourismusverband Stade/Elbe Foto: Martin Elsen

Mit dem Elbe-Radwanderbus zur Radtour an die Elbe

Die Region südlich der Elbe ist ideal zum Radfahren. In der Saison verbinden Busse die Orte zwischen Hamburg und Elbmündung. mehr

Ein Radfahrer überquert eine Brücke über den Magnusgraben am Französischen Garten in Celle. © picture alliance/dpa Foto: Sina Schuldt

Radtouren: Norddeutschland mit dem Fahrrad entdecken

Hunderte schöne Routen sowie Fernradwege wie Elbe- und Weser-Radweg führen durch die überwiegend flache Landschaft. Eine Auswahl. mehr

Dieses Thema im Programm:

die nordstory | 26.03.2025 | 14:00 Uhr

Eine Frau steht in den Dünen und blickt in die Ferne. © imago/Westend61

Ausflugstipps: Entdecke den Norden

Spaziergang, Tierpark oder Städtetrip: Der Norden bietet viele Ziele. Einfach Wunschkriterien auswählen und Tipps bekommen. mehr

Eine der Sehenswürdigkeiten von Pellworm: der Leuchtturm der Insel. © NDR/jumpmedientv

Tipps für Ausflüge im Norden in Leichter Sprache

Hier finden Sie Tipps für einen schönen Ausflug in Nord·deutschland. Diese Tipps sind in Leichter Sprache. Und sie sind nach Bundes·ländern geordnet. mehr

In einem Klassenraum stehen die Stühle auf den Tischen. © imago images / stpp

So geht der Norden 2025/2026 in die Schulferien

Die Ferientermine der norddeutschen Bundesländer auf einen Blick. mehr

Urlaubsregionen im Norden