Lars Pietzko: Der Magier des inklusiven Klabauter Theaters

Stand: 25.03.2025 17:48 Uhr

Auf der Bühne des inklusiven Klabauter Theaters in Hamburg stehen Menschen mit Behinderung als Profis auf der Bühne. Das Kraftzentrum des Ensembles ist Lars Pietzko. Gerade ist er dort in dem an Tolkien angelehnten Stück "Die Gefährt*innen" zu sehen.

Der Schauspieler Lars Pietzko steht mit seinem Rollstuhl zwischen zwei anderen Darstellern auf einer Bühne. © Screenshot
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von Peter Helling

Das Bühnenlicht flackert dramatisch, die Atmosphäre ist bedrohlich. Auf der ins Halbdunkel getauchten Bühne sieht man ein stilisiertes Märchenhaus. Hier, im Fantasy-Stück "Die Gefährt*innen", frei nach J.R.R. Tolkiens "Herr der Ringe", spielt Lars Pietzko den Zauberer Magerius den Mächtigen. Er reckt die Arme in die Höhe, spricht Zauberformeln, und sofort springt die große Präsenz des Schauspielers über. Auch der besondere Humor im Klabauter Theater wird bei "Die Gefährt*innen" klar: Hier werden moderne, fantastische, auch schräge Stücke gespielt. Alles hat einen doppelten Boden oder bezieht sich auf aktuelle Krisen. Mal eben kurz die Welt retten? Diese Bühne versucht es.

"Zum runterkommen": Vorher eine Cola im Foyer  

Der Schauspieler Lars Pietzko sitzt in seinem Rollstuhl und hält eine Flasche in der Hand. © Screenshot
"Das Leben ist meine Bühne", erzählt Lars Pietzko bei einer Cola im Theater-Foyer.

Lars Pietzko sitzt im Rollstuhl. Vor jeder Vorstellung hat der Schauspieler ein festes Ritual: eine Cola trinken im Foyer. "Ich mache das, um runterzukommen - und zu wissen, dass ich angekommen bin", erzählt er. "So kann ich mich besser darauf vorbereiten, später als Magerius auf der Bühne zu stehen." 

Das Klabauter Theater am Berliner Tor ist einzigartig und hat schon viele Preise bekommen. Es wird als Privattheater von der Stadt gefördert. Sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war 2018 da. In dem Haus spielen Menschen mit Behinderung professionell Theater.

Seit 1998 Ensemblemitglied im Klabauter Theater 

Pietzko hat hier schon in 34 Stücken auf der Bühne gestanden. Ob als fieser Tyrann, als Kapitän Nemo oder als unheimlicher Clown: Theater bedeutet ihm alles. "Theater ist Leben, würd' ich sagen, und das Leben ist meine Bühne", sinniert der Schauspieler. "Hier kann ich wirklich das rauslassen, was ich im Privatleben nicht ganz rauslassen darf."

Der 47-jährige kann schon von Geburt an nicht laufen. "Aber geistig bin ich total fit", betont der charismatische Schauspieler, der seit 1998 zum festen, zwölfköpfigen Klabauter-Ensemble gehört.

Rolle als mächtiger Magier in "Die Gefährt*innen"  

Regisseur Gregor Schuster hat neben "Die Gefährt*innen" schon einige Stücke mit Pietzko inszeniert. "Lars ist wirklich ein sehr toller Schauspieler", sagt Schuster. "Ich schätze an ihm, dass er unglaublich schnell Texte begreift, sie auch verinnerlicht und dann auch senden kann. Er ist ein sehr facettenreicher Schauspieler, weswegen er auch schon in sehr vielen unterschiedlichen Rollen zum Einsatz gekommen ist."

Die Rolle des Zauberers gefällt Pietzko besonders gut. Als Kostüm wird ihm ein Wams über den Oberkörper gezogen, das eine edle und feierliche Anmutung hat. Klar, er ist ja ein mächtiger Magier! Zusammen mit dem Ensemble kommt er aus der Garderobe, gemeinsam stimmen sie sich miteinander ein, machen sich warm. Dann wird es spannend: In 20 Minuten ist Vorstellungsbeginn. Pietzko kennt zwar Lampenfieber nur vor den Premieren, wie er sagt, aber er glaubt fest an die Magie der Bühne: "Ich versuche, das Publikum mit in die Fantasie reinzuziehen." 

Lars Pietzkos Energie reißt mit

In dem Stück geht es dann unter anderem um ein magisches Objekt, das die Welt ins Dunkel zu tauchen droht - wie der Ring bei Tolkiens "Der Herr der Ringe". Lars Pietzkos Energie reißt dabei mit. Vielseitigkeit und Teamgeist, gepaart mit einer großen Kraft, zeichnet ihn aus. Auf dieser Bühne kann er zaubern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Hamburg Journal | 24.03.2025 | 19:30 Uhr

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