Nationalpark Boddenlandschaft: Naturparadies an der Ostsee

Stand: 31.03.2025 10:13 Uhr

Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, der sich von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst bis nach Rügen erstreckt, hat die Natur Vorrang. Viel Wasser, Dünen und Wälder prägen das Schutzgebiet.

Seeadler und Kraniche, Seeskorpione und manchmal auch Schweinswale: Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ist ein einzigartiges Naturparadies. Er umfasst eine Fläche von 786 Quadratkilometern, davon sind mehr als 80 Prozent Wasser. Zum Schutzgebiet, das 1990 gegründet wurde, zählen Teile der Ostsee und des Boddens, weite Bereiche der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, die Insel Hiddensee sowie Teile Westrügens.

Die Landschaft ist vielfältig: Neben offener Ostsee, flachen Wasserflächen an den Küsten und den lagunenartigen Bodden finden sich Moor- und Heideflächen sowie Kiefern- und Buchenwälder. Aufgrund des unterschiedlichen Salzgehaltes der Gewässer leben dort verschiedene Tiere und Pflanzen in ungewöhnlicher Artenvielfalt.

Wanderwege, Infotafeln und Ausstellungen

Das Natureum auf Darß. © NDR
Die Ausstellung im Natureum informiert über die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks und die Ostsee.

Ein gut markiertes Netz von Wander- und Radwegen erschließt den drittgrößten Nationalpark Deutschlands für Besucher. Interessante Touren sind etwa der Rundwanderweg Darßer Ort, der Rundwanderweg Sundische Wiese östlich von Zingst und der Weg von Prerow durch den ursprünglichen Darßwald zum Leuchtturm Darßer Ort. Spaziergänger können außerdem am Darßer Weststrand oder am Strand vor dem Dornbuschkliff auf Hiddensee kilometerlange Strandwanderungen unternehmen.

Schaukästen und Tafeln weisen auf Naturphänomene hin, zusätzlich bietet die Nationalparkverwaltung Führungen an. Mehrere Ausstellungen informieren außerdem ausführlich über Flora und Fauna sowie die Besonderheiten und Veränderungen der Natur im Park:

  • Darßer Arche in Wieck
  • Natureum am Darßer Ort
  • Ausstellung Sundische Wiese und Fotoschau in Zingst
  • Alte Küsterei in Waase auf der Insel Ummanz
  • Haus am Kliff in Barhöft
  • Nationalparkhaus auf der Insel Hiddensee

Den Kranichzug beobachten

Kraniche auf einem Feld. © NDR Foto: Sigrid Portner aus Marlow
Im Herbst rasten Tausende Kraniche im Nationalpark.

Ein besonderes Naturschauspiel ist der Kranichzug im Herbst, wenn rund 60.000 Vögel auf ihrem Weg in den Süden im Nationalpark Station machen. Vor allem Vogelliebhaber schätzen die verschiedenen Aussichtplattformen. Am Darßer Ort stehen Beobachtungskanzeln, weitere Plattformen gibt es am Pramort, bei Barhöft, an der Udarser Wieck sowie an der Südspitze von Altbessin.

Was zeichnet einen Nationalpark aus?

Den Titel Nationalpark dürfen nur großflächige Gebiete mit besonders wertvoller, ursprünglicher Naturlandschaft führen. Zudem sollen sie frei von wirtschaftlicher Nutzung sein und kaum vom Menschen beeinflusst. In Deutschland gibt es zurzeit 16 Nationalparks, sieben davon in Norddeutschland: Harz, Jasmund, Müritz, Hamburgisches, Niedersächsisches und Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und die Vorpommersche Boddenlandschaft. Der älteste deutsche Nationalpark ist der Bayerische Wald, der seit 1970 besteht.

Besonderer Schutz der Kernzone

Spaziergänger am Ostseestrand im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft © NDR Foto: Axel Franz
Ein Teil des Darßer Weststrands gehört zur Kernzone des Nationalparks.

Nationalparks werden in zwei Zonen unterteilt. Zur Kernzone (Schutzzone I) zählen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft der Darßer Ort, die Hohe Düne, die Werder-Inseln und der Gellen und Bessin auf Hiddensee. Diese Gebiete dürfen in keiner Weise wirtschaftlich oder in anderer Art genutzt werden. Die Natur soll hier frei walten können, der Mensch darf nicht eingreifen. Besucher dürfen nur die markierten Wege betreten, Tiere sollten nicht gestört, Pflanzen oder Pilze nicht mitgenommen werden.

In den übrigen Teilen des Nationalparks können sie sich frei bewegen. Durch spezielle Pflege und Nutzung, etwa der Beweidung mit Schafen, soll diese Zone II in ihrer bestehenden Form erhalten werden.

Karte: Der Nationalpark im Überblick

Weitere Informationen
Zwei Kraniche setzen beim Auffliegen. © NDR Foto: Klaus Purat aus Prerow

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Dieses Thema im Programm:

Landpartie - Im Norden unterwegs | 05.04.2024 | 21:15 Uhr

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