Norden und Norddeich: Urlaub in Ostfriesland
Von der ostfriesischen Stadt Norden kennt mancher nur den Hafen Norddeich, wo die Fähren nach Norderney und Juist ablegen. Doch auch das Zentrum mit Kirche, Marktplatz und Teemuseum lohnt einen Besuch.
Norden liegt im Nordwesten Ostfrieslands, nur wenige Kilometer von der Nordsee entfernt. An den gut erhaltenen Bürgerhäusern rund um den historischen Marktplatz lässt sich erkennen, dass die Stadt eine lange Geschichte hat. Im Herzen Nordens, umgeben von uralten Bäumen, steht die Ludgerikirche. Mit dem Bau wurde 1235 begonnen, doch erst drei Jahrhunderte später war das Gotteshaus vollendet. Es gilt mit rund 80 Metern Länge als die größte mittelalterliche Kirche in Ostfriesland.
Ein Museum für das Nationalgetränk Tee
Für die Besichtigung des Alten Rathauses sollten Urlauber etwas Zeit einplanen, denn hier befinden sich gleich mehrere Ausstellungen. Im Teemuseum erfahren Besucher alles Wissenswerte über das ostfriesische Nationalgetränk und können es bei einer Teezeremonie probieren. Die Ausstellung widmet sich dem Anbau der Teepflanze, ihrer Ernte und Verarbeitung. Außerdem wird dort Teegeschirr aus aller Welt gezeigt.
Weitere Abteilungen dokumentieren die Stadtgeschichte, die Entwicklung des Handels und die Religionsgeschichte. Besonders beeindruckend ist der Festsaal mit einem Fliesenkamin und historischen Möbeln.
Drei Mühlen mit verschiedenen Ausstellungen
Typisch für Ostfriesland ist nicht nur der Tee, die Region ist auch bekannt für ihre Mühlen. In Norden stehen drei restaurierte Exemplare - die Deichmühle, die Frisia-Mühle und die Westgaster Mühle. Alle können besichtigt werden und zeigen verschiedene Ausstellungen - unter anderem zur Mühlentechnik und zum Bäckereihandwerk. Architektonisch besonders interessant ist die Westgaster Mühle - sie ist durch eine überdachte Diele mit einem Wohnhaus verbunden.
Seehund-Aufzuchtstation und Waloseum
Im Ortsteil Norddeich, unmittelbar an der Küste, lohnt sich ein Besuch der Seehundstation. Jedes Jahr werden dort etliche mutterlose Heuler aufgepäppelt. Sobald die Tiere selbstständig fressen können, werden sie an der Nordsee ausgewildert. Besucher können den Tieren beim Schwimmen zusehen und die Fütterungen miterleben. Eine umfangreiche Ausstellung informiert über Seehunde, ihren Lebensraum und die Aufzucht.
Einige Kilometer östlich der Station befindet sich das "Waloseum". Wie der Name schon erahnen lässt, widmet sich das Haus schwerpunktmäßig den Riesen der Meere und zeigt neben zahlreichen Modellen das Skelett eines Riesenpottwals, der 2003 auf Norderney gestrandet ist. Im Obergeschoss informiert eine Ausstellung über die Vogelwelt der Nordseeküste.
Von Norddeich auf die ostfriesischen Inseln
Viele Touristen kennen Norddeich nur von der Durchreise, denn vom Hafen des Ortes erreicht man die Inseln Norderney und Juist. Im Sommer legen stündlich Fähren an oder ab, die Urlauber, Waren und Autos auf die Inseln transportieren. Züge halten direkt in dem modernen Hafen, unmittelbar am Fähranleger. Daneben dümpeln Jachten sowie traditionelle Fisch- und Krabbenkutter mit ihren Netzen.
Strandurlaub und Wassersport
Als Nordseeheilbad bietet Norddeich ist sowohl einen Sand- als auch einen großen Grünstrand mit Strandkörben sowie eine Promenade und Terrassen am Meer. Die Bedingungen für Wassersportler sind gut, denn es weht meist eine steife Brise. Das flache Wasser im Wattenmeer ist ideal fürs Surfen und Kiten. Wer das geruhsamere Stand-up-Paddeln ausprobieren möchte, kann sich an der Surfschule Boards für Touren an der Küste oder durch die Kanäle im Binnenland leihen.
Bei schlechtem Wetter und in der kälteren Jahreszeit ist das Erlebnisbad "Ocean Wave" eine Alternative. Mit einer 101 Meter langen Rutsche, Wasserfall, Wellenbecken und großer Saunalandschaft bietet es Spaß und Entspannung für dort Besucher jeden Alters. Die Schwimmbecken sind mit wohl temperiertem Nordseewasser gefüllt.
Idealer Ausgangspunkt für eine Radtour durch Ostfriesland
Flach, grün und von Wasser geprägt: Wer das Umland entdecken möchte, schwingt sich am besten aufs Fahrrad. Neben dem Nordseeküstenradweg gibt es zahlreiche weitere ausgeschilderte Radwege für Tages- oder mehrtägige Touren. Norden ist ein guter Ausgangspunkt, etwa für die 33 Kilometer lange Stecke an der Küste entlang nach Rysum. Sie führt auch an dem bekannten Leuchtturm in Pilsum vorbei.