Eine Pfadfinder trägt ein Abzeichen. © NDR Foto: Thomas Viet-Dang
Eine Pfadfinder trägt ein Abzeichen. © NDR Foto: Thomas Viet-Dang
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AUDIO: Eingeständnis von Versäumnissen nach Missbrauch bei Pfadfindern (1 Min)

Aufarbeitung und Prävention nach Missbrauch bei den Pfadfindern

Stand: 26.02.2025 18:03 Uhr

Bei Pfadfindern in Kiel sollen in den 90er-Jahren Fälle von sexualisierter Gewalt passiert sein. Die Aufarbeitung zeigt zahlreiche Versäumnisse. Die Verantwortlichen damals hätten versagt.

Die Fälle von sexualisierter Gewalt bei den christlichen Pfadfindern im Kieler Stadtteil Pries-Friedrichsort sollen in den 90er-Jahren ein größeres Ausmaß gehabt haben als bisher angenommen. Damals habe ein Jugendmitarbeiter des Kirchenkreises systematisch minderjährige Pfadfinderinnen und Pfandfinder missbraucht, teilte der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Altholstein mit. Mittlerweile wurden die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt.

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Ein Pfadfinder trägt während einer Pressekonferenz zur Vorstellung einer Studie zu sexualisierter Gewalt bei den Pfadfindern das Symbol des Bundes Deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) auf dem Hemd. © picture alliance/dpa Foto: Lukas Barth

Sexualisierte Gewalt bei christlichen Pfadfindern in Kiel

Die Vorfälle sollen sich in den 1990er-Jahren ereignet haben. Kirchenkreis und Gemeinde wollen nun Anzeige erstatten. mehr

Kirchenkreis steht mit Betroffenen in Kontakt

Folke Brodersen, Anna-Benkiser-Eklund und Almut Witt. © NDR Foto: Thomas Viet-Dang
Folke Brodersen, Anna Benkiser-Eklund und Almut Witt bei der Pressekonferenz am Mittwoch.

Konkret weiß der Kirchenkreis nach eigenen Angaben von 13 Betroffenen. Laut Pastorin der örtlichen Evangelisch-Lutherischen Kompassgemeinde, Anna Benkiser-Eklund, müsse von einer nennenswerten Dunkelziffer ausgegangen werden. Nach zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen und Zeugen ist die Pastorin überzeugt, dass der Jugendmitarbeiter über Jahre hinweg gezielt Jugendliche wie Erwachsene manipuliert und getäuscht habe. Zudem sei zu befürchten, dass der Suizid eines jungen Menschen mit den Vorfällen in Verbindung stehe. Pröbstin Almut Witt vom Kirchenkreis Altholstein sagte, einige Betroffene seien erst im letzten Jahr durch die Veröffentlichung überhaupt darauf gestoßen, was ihnen widerfahren ist. Sie seien teilweise noch sehr berührt davon.

Beschuldigter gekündigt - aber es gab keine Anzeige

Pastorin Benkiser-Eklund erklärte, dass der ehemalige Jugendmitarbeiter nach Bekanntwerden der Vorwürfe im März 2024 angezeigt wurde. Die Ermittlungen wurden wegen Verjährung eingestellt. Bereits in den 90er-Jahren gab es erste Hinweise von Betroffenen zu Fällen von sexuellem Missbrauch. Dem Beschuldigten wurde lediglich gekündigt und er musste aus dem Stadtteil wegziehen. Zur Anzeige kam es damals nicht. Laut Pröbstin Witt ein Versäumnis.

Verantwortliche könnten nicht konkret benannt werden

Auch knapp 30 Jahre nach den Taten widersprechen sich die Äußerungen und Einschätzungen, heißt es von der Vertrauensperson des Verbandes christlicher Pfadfinder, Folke Brodersen. "Es ist unklar, wer genau nicht ausreichend gehandelt hat und warum", sagte Brodersen. Sicher sei, dass es schwere Versäumnisse von Seiten der Pfadfinderschaft und den Verantwortlichen der Kirche gegeben hat. Die Verantwortlichen damals hätten versagt. Mittlerweile gebe es Präventionsschulungen, heißt es vom Kirchenkreis.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.02.2025 | 16:00 Uhr

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