Trockenheit in MV: "Entscheidend werden die nächsten Monate sein"
Die anhaltende Trockenheit in Mecklenburg-Vorpommern ist auch Thema auf dem Bauerntag des Landesbauernverbandes in Linstow. Bauernpräsident Karsten Trunk setzt auf die Wissenschaft und resistentere Pflanzen, aber auch die Novelle des Landeswassergesetzes steht noch aus.
Der März war äußerst trocken, sagt NDR-Wetterexperte Stefan Kreibohm, einer der trockensten seit 1881. Gerade mal acht Liter pro Quadratmeter erreichten in Mecklenburg-Vorpommern die Erde, üblich seien laut Deutschem Wetterdienst (DWD) im Mittel 41 Liter pro Quadratmeter. Die Trockenheit beschäftigt auch die Landwirte im Nordosten.
Trockenheit auch Thema auf Bauerntag MV
Der Oberboden auf den Äckern trockne aus, bis zu 60 Zentimeter seien betroffen, sagt Karsten Trunk, Präsident des Landesbauernverbandes. Noch ist er aber zuversichtlich: "Wir haben ja im letzten Jahr ein bisschen über dem langjährigen Mittel an Niederschlag gehabt. Das heißt in den tieferen Regionen hat sich ein bisschen was aufgefüllt." Für die Entwicklung der Pflanzen sei dies im Februar und März noch nicht ganz so dramatisch gewesen. "Entscheidend werden die nächsten Monate sein," damit das Wintergetreide wachsen könne und Sommersorten sowie Kartoffeln genug Wasser haben.
Sollte der Regen längerfristig ausbleiben, müssten Landwirte eventuell später aussäen und Ernteverluste in Kauf nehmen. Für langfristig wichtiger hält Trunk, Wasser in den Flächen zu halten, zum Beispiel mit Winterbegrünung, damit die Verdunstung gering gehalten werden könne. Trunk sieht auch die Wissenschaft mehr gefragt, resistentere Pflanzen zu züchten, die mit Trockenheit besser umgehen können.
Zusätzliche Bewässerung zu teuer
Auf genau solche Sorten achtet Klaus-Dieter Tobaben, Landwirt aus Faulenrost zwischen Malchin und Waren (Mecklenburgische Seenplatte), bereits beim Saatgut. Zusätzlich zu bewässern, das schließt er aus. Zu teuer sei die Investition der Bewässerungssysteme. Denn im Raum steht auch immer noch ein neues Landeswassergesetz. Geplant ist, dass Landwirte künftig für Wasser zahlen sollen, das sie aus Flüssen, Seen und aus dem Grundwasser entnehmen. Mit den Einnahmen will das Land Gewässer schützen und Methoden fördern, die Wasser im Boden halten.
