Neues Gesetz zur Fachkräfteeinwanderung stößt in MV auf Kritik
Die Bundesregierung will dem Fachkäftemangel in Deutschland entgegenwirken und dazu das Fachkräfteeinwanderungsgesetz überarbeiten. Die Reaktionen aus Mecklenburg-Vorpommern fallen unterschiedlich aus.
In ganz Deutschland fehlen laut Bundesarbeitsministerium rund 400.000 Arbeits- und Fachkräfte pro Jahr. Die Bundesregierung will dem entgegenwirken und ausländischen Fachkräften den Einstieg erleichtern. Dafür hat die Ampel-Koalition einen Gesetzesentwurf erstellt, der am Freitag im Bundestag diskutiert wurde.
Bürokratie soll abgebaut werden
Im Kern soll das neue Einwanderungsgesetz mehrere bürokratische Hürden senken - für Menschen, die nicht aus der EU kommen und in Deutschland arbeiten wollen. Sie sollen zum Beispiel schneller eine Arbeit aufnehmen dürfen. Aktuell ist das ohne offizielle Anerkennung eines Berufsabschlusses in Deutschland nicht möglich. Das neue Gesetz sieht vor, dass ausländische Fachkräfte parallel zu einem Anerkennungsverfahren schon arbeiten dürfen. Auch Asylbewerber, deren Asylverfahren an einem bestimmten Stichtag - dem 29. März 2023 - bereits lief, sollen künftig Jobs annehmen dürfen.
Für IHKs aus MV nicht genug
Die IHKs aus Mecklenburg-Vorpommern begrüßen den Reformvorschlag, kritisieren allerdings, dass das neue Gesetz tatsächlich kaum Bürokratie abbaue. "Insbesondere kleine und mittelgroße Unternehmen werden den Dschungel an Richtlinien nicht durchblicken können", kommentierte Isabell Wresch, Stabsbereichsleiterin Fachkräftesicherung und Digitalisierung bei der IHK zu Rostock.
Landräte mit gemischten Reaktionen
Mehrere Landkreise aus Mecklenburg-Vorpommern haben sich bereits positiv zu dem neuen Gesetz geäußert. Der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD), sagte, der Bedarf für ausländische Fachkräfte sei riesig und jeder Schritt, den Zugang zu erleichtern, sei wertvoll. Auch die Landkreise schließen sich jedoch der Kritik der IHKs aus Mecklenburg-Vorpommern an, wonach die bürokratischen Hürden für ausländische Arbeitskräfte nach wie vor zu hoch blieben.
Aktivere Willkommenskultur gefordert
Migranet MV ist eine Schnittstelle von 60 Vereinen, die Menschen aus dem Ausland beraten und vertreten. Der Migranet-Geschäftsführer Rubén Cárdenas freut sich über die Bestrebungen der Bundesregierung, berufliche Anerkennungsverfahren und die Arbeitserlaubnis für Einwanderer zu erleichtern. Das größte Problem sieht Cárdenas aktuell aber eher bei der angespannten Stimmung den Menschen aus dem Ausland gegenüber. Die würde sich ja auch mit dem Gesetz nicht ändern. Auch die IHK zu Schwerin betonte die Notwendigkeit einer aktiven Willkommenskultur in Mecklenburg-Vorpommern, um für Fachkräfte aus dem Ausland attraktiver zu werden.
