Trotz kalter Nächte: MV startet in die Spargelsaison
Die Frühlingssonne lässt die ersten Stangen zwar sprießen, die Nachttemperaturen aber dämpfen das Spargelwachstum in Mecklenburg-Vorpommern. In Wöbbelin im Landkreis Ludwigslust-Parchim konnte dennoch der erste Spargel des Jahres gestochen werden.
Längst nicht alle Erntehelfer sind bei Landwirt Rudolf Denissen schon im Einsatz. Das sei auch noch nicht nötig, erklärt der Spargelbauer aus Wöbbelin. "Es liegt einfach an den zu kalten Nächten, dass wir noch nicht die Massen an Spargel haben, die wir uns vielleicht alle wünschen." Dennoch sprießen schon die ersten Stangen - zu sehen an den kleinen Ausbeulungen der schwarzen Pflanzfolie. Würde dieser frühe Spargel nicht rechtzeitig geerntet, könnte er abbrechen und würde dann nur einen Bruchteil des normalen Preises erzielen - ein Verlustgeschäft für den Landwirt.
Trockenheit könnte zum Problem werden
Noch ist die Trockenheit der vergangenen Monate kein Problem für den Spargel. Seine Wurzeln dringen mehrere Meter tief in den Boden und kommen so derzeit noch an genügend Wasser. Da sind sich die Spargelbauern im Westen und die im Osten des Landes einig. Sollte der Regen aber länger ausbleiben, müsse man künstlich bewässern, so Madeleine Bluhm vom Spargel- und Kartoffelhof Demmin. Auf ihren Feldern ist das begehrte Gemüse noch nicht erntereif. Die Landwirtin aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte rechnet damit, den ersten Spargel des Jahres erst nach dem Osterfest anbieten zu können. Weiter nördlich auf der Insel Rügen könnte es sogar noch länger dauern - möglicherweise bis Anfang Mai.
Landwirte helfen dem Spargel auf die Sprünge
Wie zeitig Spargel geerntet werden kann, ist von vielen Faktoren abhängig. Einer ist der Boden: Leichtes, sandiges Substrat - wie in Wöbbelin - kann Wärme besser speichern. Dass die Sonnenstrahlen überhaupt schon so stark in den Boden dringen können, dafür sorgt schwarze Pflanzfolie über den sogenannten Dämmen, in denen der Spargel wächst. Die Wöbbeliner verstärken diesen Effekt zusätzlich mit einem darüber liegenden Folientunnel. So sollen hier über die Saison auf 32 Hektar Anbaufläche mehr als 150 Tonnen Spargel wachsen. So wie viele andere Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern hat Rudolf Denissen seine Anbaufläche in den vergangenen Jahren reduziert.
Spargel aus MV überwiegend regional vermarktet
Die Spargel-Nachfrage sei zurückgegangen, berichtet auch Madeleine Bluhm aus Demmin. Einen großen Teil ihres Spargels verkaufen die Landwirte aus dem Nordosten direkt an den Kunden - beispielsweise im eigenen Hofladen oder Restaurant. Andere setzen zudem auf Kooperationen mit Gaststätten oder Hotels in der Region. In den Supermärkten hingegen dominiert mittlerweile preiswertere Ware aus dem In- und Ausland. Den heimischen Spargel gibt es traditionell bis zum 24. Juni, dem Johannistag. Danach dürfen die Pflanzen erst einmal wachsen und Kraft tanken für die Spargelsaison 2026.
