Musikwoche Hitzacker: Strawinsky und Ravel, aber auch viel Neues
Die 30. Musikwoche Hitzacker läuft bis zum 8. März unter dem Motto "Bewegte Zeiten". Mit einem Prolog und dem Eröffnungskonzert geht es ins musikalische Paris der 1920er-Jahre. Matthew Sadler vom Orchester verrät weitere Einzelheiten.
Der demokratisch organisierte Klangkörper des Mahler Chamber Orchestras hat auch die künstlerische Leitung der Musikwoche bei dieser Ausgabe inne. In diesem Jahr laufen die Ideen beim Trompeter des Orchesters Matthew Sadler zusammen, der damit so etwas wie eine übergeordnete leitende Funktion übernimmt.
Sie kommen gerade von einer Probe mit dem Orchester. Wie läuft der Endspurt?
Matthew Sadler: Es ist, wie man sich vorstellen kann, ziemlich intensiv. Wir haben zehn Tage vor uns und 17 verschiedene Veranstaltungen, die müssen alle geplant und geprobt sein. Dazu haben wir dieses Jahr die Herausforderung, dass eine von den Spielstätten, dieSt. Johannis Kirche, ausfällt, denn die muss dieses Jahr renoviert werden. Deswegen müssen wir auch Orte finden, die wir bespielen können.
Sie haben Musik für die Konzerte ausgewählt, die im Paris der 1920er-Jahre komponiert wurde. Was steht auf dem Programm?
Sadler: Zum Beispiel beim Eröffnungskonzert: Wir haben von Darius Milhaud "La création du monde op. 81a", was musikgeschichtlich interessant ist, weil es vielleicht das erste Werk ist, bei dem Jazzmusik eingebaut ist. Wir haben dann auch viel Musik von Strawinsky, von Maurice Ravel, dessen 150. Geburtstag wir nächstes Wochenende gemeinsam feiern werden. Und nicht ganz so vertraute Werke von Louis Vierne zum Beispiel. Man kennt seine Orgelmusik, aber der hat auch sehr feine Kammermusik gespielt. Und unser Gast und künstlerische Partner Leif Ove Andsnes wir mit unserem Musikern ein Klavierquintett von Louis Vierne aus dem 1917 spielen.
Auf was freuen Sie sich am meisten in diesen Tagen?
Sadler: Ich freue mich auf jeden Fall am meisten auf Leif Ove Andsnes. Der arbeitet mit dem Mahler Chamber Orchestra seit über zehn Jahren zusammen und wir haben sehr, sehr viel mit ihm gemacht. Und nun ist es das erste Mal, dass wir wirklich Kammermusik mit ihm machen. Ich freue mich auch auf ein sehr besonderes Konzert in Lüneburg, wo wir zum ersten Mal mit historischen Instrumenten als Mahler Chamber Orchestra auftreten.
Das Gespräch führte Charlotte Oelschlegel.
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