Alois Schwartz neuer Trainer bei Hansa Rostock
Fußball-Zweitligist FC Hansa Rostock ist bei seiner Suche nach einem Nachfolger von Trainer Patrick Glöckner schnell fündig geworden. Am Mittwoch stellte der Club Alois Schwartz als neuen Coach vor. Er soll die Mecklenburger vor dem Abstieg retten.
Der 55-Jährige wird das Amt bis zum Saisonende übernehmen. Der Routinier hatte zuletzt beim Ligakonkurrenten und Tabellenletzten SV Sandhausen an der Seitenlinie gestanden, wurde dort aber im Februar von seinen Aufgaben entbunden.
"Hier war immer viel Mentalität und Arbeit auf dem Platz, mit vielen Zweikämpfen. Es ist eine Mannschaft, die zu mir passt." Hansa-Coach Alois Schwartz
Schwartz, der seinen langjährigen Co-Trainer Dimitrios Moutas mit nach Rostock bringt, leitete bereits am Nachmittag die erste Trainingseinheit bei Hansa. "Ich habe relativ schnell zugesagt. In der Mannschaft steckt unglaublich viel Mentalität, die man wieder rauskitzeln muss", sagte der neue Coach, der mit dem Team von Donnerstag bis Sonnabend ein Kurztrainingslager in der Region Malchow beziehen wird. "Dort wollen wir enger zusammenrücken. Das war mein Wunsch."
Dritter Chefcoach in dieser Saison
Hansa war nach lediglich einem Sieg aus den vergangenen acht Spielen auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht. Das 2:5 am vergangenen Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf gab letztlich den Ausschlag für den erneuten Trainerwechsel.
"Es tut mir total leid für Patrick Glöckner. Es war eine Fehlentscheidung von mir, es hat nicht gepasst." Hansa-Sportvorstand Martin Pieckenhagen
Nachdem sich die Mecklenburger schon im November 2022 von Aufstiegstrainer Jens Härtel getrennt hatten, ist Schwartz nun der dritte Chefcoach in dieser Saison - und voller Vorfreude: "Die Fans und das Stadion stehen toll hinter der Mannschaft. So stell ich mir das vor. Wir brauchen alle, um den Bock umzustoßen. Es geht nur gemeinsam."
Pieckenhagen: "In die Erfolgsspur zurückfinden"
"Uns war es wichtig, dass wir einen Trainer holen, der den Kampf um den Klassenerhalt in der Zweiten Liga kennt. Daher sind wir froh, dass die Gespräche mit Alois Schwartz zu einer schnellen Einigung geführt haben", sagte Sportvorstand Martin Pieckenhagen. "Mit seiner langjährigen Erfahrung und der Geschlossenheit des gesamten Vereins wollen wir in den verbleibenden Saisonspielen wieder in die Erfolgsspur zurückfinden."
Hansa ausgerechnet noch gegen Sandhausen
Die Verpflichtung trägt auch eine gewisse Brisanz in sich: Am drittletzten Spieltag der Saison (12. Mai) reist Rostock ausgerechnet zu Schwartz' Ex-Club Sandhausen. Das erste Pflichtspiel für den neuen Chef auf der Rostocker Bank steigt nach der Länderspielpause am 2. April. Dann müssen die Mecklenburger beim 1. FC Magdeburg antreten.
"Wir wollen die Länderspielpause nutzen, damit Alois Schwartz die Mannschaft sowie die beiden Co-Trainer Nicolas Masetzky und Uwe Ehlers besser kennenlernen und man schnellstmöglich intensiv miteinander arbeiten kann", so Pieckenhagen.
Offensiv- und Heimschwäche in den Griff kriegen
Die größte Baustelle der Rostocker, die es für Schwartz möglichst schnell anzugehen gilt, ist die Offensive. Mit lediglich 21 erzielten Treffern stellt Hansa den schlechtesten Angriff der Liga. Daneben dürfte das zweite große Problem im Fokus stehen: die Heimschwäche. Mit nur zehn Zählern hat Hansa die schwächste Bilanz aller 18 Zweitligisten. Der bis dato letzte Sieg gelang noch unter Härtel am 17. September vergangenen Jahres beim 3:1 gegen Magdeburg. Die erste Gelegenheit bietet sich am 9. April. Am Ostersonntag ist Holstein Kiel zu Gast im Ostseestadion.