Landschaftsmuseum Angeln/Unewatt: Ein Museum mit Dorf
Ein Spaziergang durch das Dorf Unewatt in Angeln zeigt, wie ländliches Leben und Arbeiten früher aussahen. Die Grenzen zwischen Dorf und Museum verschwimmen beim Rundgang.
Die meisten Museumsdörfer sind reine Ausstellungsflächen. Unewatt ist "ein Dorf mit Museum und ein Museum mit Dorf", wie die Initiatoren des Landschaftsmuseums Angeln betonen. Ein Rundweg führt durch den Ort, in dem rund 70 Menschen leben und arbeiten, und verbindet fünf sogenannte Museumsinseln. Sie dokumentieren das Landleben und das Arbeiten auf dem Land in vergangenen Zeiten. Besucher können ihr Auto oder Fahrrad am Parkplatz an der Bundesstraße 199 östlich von Flensburg abstellen und sich zu Fuß auf Entdeckungstour begeben.
Vier Original-Standorte
Erste Station ist der Marxenhof, ein Bauernhof von 1626, der früher in Süderbrarup stand. Dort erhalten Besucher Informationen über das Museum und den etwa 1,7 Kilometer langen Rundweg durch den Ort. Die ehemalige Scheune des Hofs ist heute Büro und Versammlungsraum. Während die beiden Gebäude Mitte der 1980er-Jahre nach Unewatt versetzt wurden, befinden sich die vier anderen Museumsinseln noch an ihren Original-Standorten. Der Rundweg führt zunächst an der Hauptstraße entlang zur Räucherei. Sie entstand 1894 und bot der Landbevölkerung ein Nebeneinkommen.
Mühlen für Butter und Mehl
Nächste Station ist die Buttermühle. Die funktionsfähige Anlage zeigt, wie mit Wasserkraft eine Meierei betrieben wird. Weiter geht es zum auffälligsten Gebäude des Museums, das schon von Weitem zu sehen ist - der Gallerieholländer "Fortuna" von 1878. Die vierflügelige Windmühle, ein technisches Denkmal, demonstriert die historische Verarbeitung von Getreide in drei Mahlgängen. In beiden Mühlen gibt es zum Mühlentag am Pfingstmontag Vorführungen. Zum Abschluss führt der Weg durch das Dorf zur Christensen-Scheune. Sie gehört zu einer Hofanlage von 1895 und wird als Ausstellungshalle für landwirtschaftliche Geräte und Maschinen genutzt.
Besonderheit des Landschaftsmuseums ist das Nebeneinander von geschützter Vergangenheit und sich wandelndem dörflichen Alltag. Außerdem lädt das Museum immer wieder zu Konzerten, Lesungen und weiteren Veranstaltungen in die historischen Gebäude ein.