Bundestagswahl: Wolfgang Kubicki beendet Karriere nach FDP-Niederlage
Neben Christian Lindner hat auch der Spitzenkandidat der FDP Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki, seinen Rückzug aus der aktiven Politik angekündigt. 25 Jahre war er auch Teil des Schleswig-Holsteinischen Landtags.
Im Falle eines Scheiterns der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl hat der aktuelle Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki seinen Rückzug aus der aktiven Politik angekündigt.
Kurz nach der ersten Hochrechnung am Wahlabend sagte Kubicki im Interview mit NDR Schleswig-Holstein, dass er traurig wäre, wenn er mit der FDP nicht in den Bundestag ziehen würde: "Ich werde ja nächste Woche 73 und dann nochmal vier Jahre als Frontmann für die freien Demokraten zu kämpfen, um den Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag zu schaffen, übersteigt dann schon meine Kräfte und auch mein Wollen."
Nicht geschafft, Vertrauen zurückzugewinnen
Man sei bei der Bundestagswahl unter den Erwartungen geblieben, so Kubicki. "Wir haben es nicht geschafft, nach dem Aus der Ampel vom 6.11. dieses Vertrauen ausreichend zurückzugewinnen." Der FDP-Vizechef hatte eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und der FDP ausgeschlossen. In der Partei habe man für sich ausgeschlossen, dass man noch einmal vier Jahre mit den Grünen zusammen regieren werde, so Kubicki. Für Schwarz-Grün oder Schwarz-Rot werde es vermutlich nicht reichen, wenn die FDP im Bundestag vertreten sein sollte - eine Koalition aus CDU, SPD und FDP müsse gebildet werden.
Direktkandidat im Wahlkreis Rendsburg-Eckernförde
Das politische Urgestein war seit 2017 im Parlament in Berlin. Zuvor war Kubicki 25 Jahre lang Teil des Landtags von Schleswig-Holstein. Im Bundestag ist er aktuell außerdem einer von fünf Vizepräsidenten des Parlaments. Kubicki trat als Direktkandidat im Wahlkreis Rendsburg-Eckernförde an.
Kubicki: "Ich sage allen Menschen, was ich denke"
Ein politischer Schwerpunkt des 72-Jährigen war immer die Wirtschaftspolitik. Er setzte sich für Steuerentlastungen und Bürokratieabbau ein. Auf dem politischen Parkett brachte sich Kubicki regelmäßig auch durch provokante Aussagen ins Gespräch. Eines seiner Lieblingsthemen - die Meinungsfreiheit. Ob politisch oder privat, er verstelle sich nie, so Kubicki: "Ich sage allen Menschen, was ich denke". Der FDP-Politiker lebt in Strande (Kreis Rendsburg-Eckernförde) an der Kieler Förde, ist verheiratet und Vater von Zwillingen. Er arbeitet zudem als Rechtsanwalt.
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