Nach Warnstreik: Flüge in Hamburg, Bremen und Hannover starten wieder

Stand: 11.03.2025 07:24 Uhr

Nach dem gestrigen Warnstreik an bundesweit 13 Flughäfen ist am Morgen der Flugbetrieb in Hamburg, Hannover und Bremen wieder angelaufen. Vereinzelt kommt es noch zu Ausfällen und Unregelmäßigkeiten.

Am Hamburger Flughafen ist nach rund 48 Stunden Stillstand der Betrieb am Dienstagmorgen wieder angelaufen. Um 6 Uhr hoben die ersten drei Maschinen in Richtung Paris, Frankfurt und Mallorca ab, wie es auf der Homepage des Airports hieß.

Auch an den Flughäfen Bremen und Hannover starteten nach dem Streiktag gestern am Morgen erste Maschinen. In Hannover waren noch Abflüge nach Paris, München und Amsterdam gestrichen worden, weil die Maschinen nicht bereitstanden, sagte eine Sprecherin des Flughafens der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Die Gewerkschaft ver.di hatte unter anderem das Bodenpersonal an zahlreichen Flughäfen zu Warnstreiks aufgerufen. In Hamburg wurde zudem gestern schon den zweiten Tag in Folge gestreikt - ohne Ankündigung hatte ver.di die Flugzeugabfertigungsdienste schon am Sonntag zum sofortigen Streik aufgerufen.

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Tausende Passagiere betroffen

In Hamburg waren etwa 40.000 Menschen betroffen - am Airport Hannover Schätzungen zufolge etwa 10.000 bis 12.000 Passagiere. Am Flughafen Bremen wurden gestern ebenfalls die nationalen und internationalen Flüge für Urlauber und Geschäftsreisende gestrichen, insgesamt ging es dort um rund 50 Flüge. Wegen des Streiks in Hannover fungierte der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg als Ausweichflughafen. Nach Angaben eines Sprechers wurden hier mehr als 1.000 Fluggästen zusätzlich abgewickelt.

Deutschlandweit wohl 3.500 Flüge betroffen

Nach Einschätzung des Flughafenverbands ADV hatte der Warnstreik an insgesamt 13 Flughäfen in Deutschland massive Auswirkungen auf den Luftverkehr. Nach einer ersten Schätzung fielen mehr als 3.500 Flüge aus. Rund 560.000 Passagiere konnten ihre Reisen nicht wie geplant antreten, berichtete der Verband in Berlin.

"Bisher kein Angebot vorgelegt"

Hintergrund der Warnstreiks sind zwei verschiedene Tarifkonflikte: Ver.di fordert in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen unter anderem acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber monatlich 350 Euro mehr, sowie drei zusätzliche freie Tage. Die Arbeitgeber haben bisher kein konkretes Angebot vorgelegt. In der Luftsicherheit fordert die Gewerkschaft unter anderem die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, 30 Tage Urlaub und Zusatzurlaub für Schichtarbeit.

Weitere Streiks im öffentlichen Dienst

Auch andere zentrale Bereiche im öffentlichen Dienst legte ver.di teilweise lahm. Von dem Ausstand waren unter anderem die Asklepios-Kliniken, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die Elbkinder-Kitas, die Stadtreinigung sowie die Hamburg Port Authority (HPA) betroffen, wie die Gewerkschaft mitteilte. 

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