Bahn-Verspätungen in SH: 550.000 Euro Strafzahlungen
Züge fallen aus oder sind nicht pünktlich: Seit Monaten gibt es Kritik am Regionalverkehr der Bahn in Schleswig-Holstein. Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) erhöht nun den Druck auf die Bahn und kündigt ab Januar monatliche Strafen für die Bahn in Höhe von 550.000 Euro an.
Die Regionalbahn im Land hat ein Pünktlichkeitsproblem. Seit vielen Monaten sind beispielsweise gerade einmal 37 Prozent der Züge der Linie RE70 zwischen Kiel und Hamburg pünktlich gewesen. Das kritisiert unter anderem der Fahrgastverband PRO BAHN. Auch die Anbindung nach Flensburg (RE7) sei schlecht. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen verabredete daher am Donnerstag bei einem Treffen mit dem Vorsitzenden der DB Regio Nord, Torsten Reh, Strafzahlungen wegen der anhaltend eingebrochenen Pünktlichkeitswerte. Das Geld solle die Bahn motivieren, die Probleme schnell zu lösen, so Madsen.
Strafen unter anderem wegen mangelnder Sauberkeit
Die geplanten Strafzahlungen setzen sich laut Verkehrsministerium aus folgenden Punkten zusammen: 500.000 Euro für das Fehlen von Fahrzeugen und 50.000 Euro aufgrund mangelnder Hygiene in den Zügen. Das Geld werde monatlich vom Land einbehalten. Erst wenn die DB Regio die vertraglich geforderte Platzkapazität auf den Linien RE7 und RE70 zuverlässig erreicht und sich auch die Sauberkeit erkennbar verbessert hat, wird die Regelung wieder aufgehoben, sagte Madsen.
"Wir bezahlen sehr sehr viel Geld für eine Schiene, die im katastrophalen Zustand ist. Wir bezahlen da mehr als 150 Millionen Euro im Jahr", erklärte Madsen in seiner Begründung für die Strafen für die DB Regio. "Wenn Sie in einer Wohnung wohnen, wo es reinregnet, dann würden Sie Ihre Miete auch kürzen und sagen: Das funktioniert so nicht." Auch die Kommunikation lasse zu wünschen übrig. Pendlerinnen und Pendler müssten rechtzeitig wissen, welche Züge fahren und welche nicht.
DB Regio plant bereits Verbesserungen
Dass die Verkehrsbetriebe nicht von sich aus mit Vorschlägen kommen, um die Situation zu verbessern, stört Madsen. Torsten Reh von der DB Regio Nord gelobt Besserung. Die Bahn werde künftig zusätzliche Doppelstockzüge einsetzen, um die Ausfälle einiger einstöckiger Fahrzeuge auszugleichen. Auch im Schienenersatzverkehr seien Verbesserungen geplant, zum Beispiel das Anzeigen von Abfahrtzeiten und verbesserte Wegeleitung. NAH.SH-Chef Arne Beck betonte, wie wichtig Veränderungen bei der DB Regio seien: "Wir werden in den kommenden Jahren vor allem durch Bauarbeiten weiterhin viele Einschränkungen im Bahnverkehr haben. Jede Störungsquelle, die wir ausschließen können, hilft uns."
Studie zur Schieneninfrastruktur in Schleswig-Holstein geplant
Zusätzlich zu den Zahlungen sei eine Studie geplant, um Möglichkeiten zur Verbesserung der Schieneninfrastruktur zu ergründen. In der kommenden Woche will Madsen über den aktuellen Stand und die Probleme auf der Bahn Strecke Kiel-Lübeck mit Vertretern von erixx Holstein diskutieren.