Das Modell der Justitia trägt den Schriftzug Volkswagen AG. © picture alliance / ZB | Sascha Steinach Foto: picture alliance / ZB | Sascha Steinach

Sparkurs bei Gehältern: Ex-Manager verklagen VW

Stand: 14.10.2024 11:58 Uhr

Spekulationen über Werksschließungen und massiven Personalabbau, dazu schlechte Verkaufszahlen: VW steckt in der Krise. Nun wird der Konzern mit Klagen früherer Führungskräfte konfrontiert.

Rund 120 ehemalige Mitarbeitende von VW wehren sich vor Gericht gegen den neuen Sparkurs in Wolfsburg. In der Mehrheit handelt es sich dabei um Manager im Vorruhestand. Vor dem Arbeitsgericht in Braunschweig fordern sie unter anderem eine Weitergabe einer Gehaltserhöhung sowie eine 1.000 Euro-Inflationsausgleichsprämie. Die ersten 27 Verfahren sollen laut Gericht am Dienstag verhandelt werden. Entscheidungen werden bereits am selben Tag erwartet.

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Außertarifliche Verträge

Nach Angaben des Gerichts handelt es sich bei den Klägern fast durchweg um außertariflich bezahlte Manager im Vorruhestand, die bei VW weiter auf der Gehaltsliste stehen. Sie hatten sich über Möglichkeiten sogenannter Zeitwertpapiere freistellen lassen. VW-Mitarbeitende konnten so über eine Umwandlung ihrer Entgeltbestandteile früher in den Ruhestand gehen - bei Fortzahlungen ihrer Bezüge.

Streit um 3,3 Prozent Gehaltserhöhung

Bei ihrer Klage berufen sich die Manager laut Gericht auf eine Zusage von VW aus dem März 2023: Damals soll den Managern zugesichert worden sein, dass die Leistungen aus dem letztjährigen Tarifabschluss auch dem Management und den außertariflich Beschäftigten gewährt werden sollten. Anfang 2024 informierte der Konzern die Manager allerdings, dass wegen des Sparprogramms des Unternehmens das Geld nicht gezahlt wird. Die eigentlich für Mai anstehende Gehaltserhöhung um 3,3 Prozent sowie 1.000 Euro Inflationsausgleichsprämie entfielen dadurch. Dagegen wehren sich die Manager.

VW: "Halten Klage für unbegründet"

VW wies die Forderungen zurück. "Wir halten die entsprechenden Klagen für unbegründet und werden unsere Rechtsauffassung vor Gericht darlegen", erklärte ein VW-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Weitere Äußerungen wollte der Sprecher nicht machen und verwies auf das laufende Verfahren.

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