
Arbeitsmarkt im Norden: "Der März kommt etwas schwach in Gang"
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 198.000 auf fast drei Millionen gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 0,4 Prozentpunkten.
- Niedersachsen: Zahl der Arbeitslosen leicht gesunken
- Schleswig-Holstein: Arbeitslosigkeit sinkt, Zahl der offenen Stellen steigt
- Mecklenburg-Vorpommern: "Frühjahrsbelebung hat begonnen"
- Hamburg: Nahezu konstante Zahlen
Im März waren in Deutschland 2,967 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet und damit 22.000 Menschen weniger als im Vormonat, wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 6,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich die Quote um 0,4 Prozentpunkte erhöht. Im März 2024 lag die Arbeitslosenzahl um 198.000 niedriger.
Das ist der schwächste Rückgang der Arbeitslosigkeit in einem März seit 2009. Damals war die Zahl in der Finanzkrise sogar gestiegen.
Im Norden hat Schleswig-Holstein mit 6,1 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Nur 0,1 Prozentpunkte mehr sind es in Niedersachsen. In Hamburg liegt die Quote im März bei 8 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern bei 8,4 Prozent.
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Niedersachsen: Zahl der Arbeitslosen leicht gesunken
Im März waren in Niedersachsen 276.641 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Hannover mitteilte. Gegenüber dem Vormonat sind das 3.804 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit drückt die schwierige wirtschaftliche Lage weiterhin auf die Stimmung am Arbeitsmarkt. So blieb zwar die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Niedersachsen mit rund 3,14 Millionen auf einem hohen Niveau, allerdings nahm die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen spürbar zu. Zudem ist ein wachsender Bestand an Langzeitarbeitslosen zu beobachten. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,1 Prozent gesunken.
Dennoch trifft der schwache Arbeitsmarkt nach Angaben der Arbeitsagentur in vielen Branchen auf einen immer noch vorhandenen Fachkräftemangel.
Schleswig-Holstein: Arbeitslosigkeit sinkt, Zahl der offenen Stellen steigt
Auch in Schleswig-Holstein ging die Zahl der Arbeitslosen im März leicht zurück. Im Vergleich zum Februar sank sie um 1.400 auf 99.100 Menschen, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Kiel mitteilte. Die Arbeitslosenquote liegt demnach bei 6,1 Prozent.
Im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres stieg die Zahl der Arbeitslosen hingegen um 5.900, die Quote betrug damals 5,8 Prozent. "Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt hat begonnen, bleibt aber etwas hinter dem Vorjahresergebnis zurück", sagte der Chef der Regionaldirektion Nord, Markus Biercher.
Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen lag dagegen über dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum Februar stieg die Zahl der offenen Stellen um 400 auf 22.900. Der Bedarf an gut qualifizierten Arbeits- und Fachkräften blieb laut Bundesagentur für Arbeit branchenübergreifend auf hohem Niveau.
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Mecklenburg-Vorpommern: "Frühjahrsbelebung hat begonnen"
Die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern ging im März nur leicht zurück. Nach Angaben der Regionaldirektion der Arbeitsagentur waren 68.600 Arbeitslose gemeldet und damit 1.800 weniger als im Vormonat, aber 600 mehr als im März 2024. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,4 Prozent. Sie ging damit im Vergleich zum Februar um 0,2 Prozentpunkte zurück. Im März vorigen Jahres war die Quote mit 8,3 Prozent etwas niedriger gewesen als jetzt.
"Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt hat begonnen", erklärte Regionaldirektionschef Biercher. Dies zeige sich unter anderem daran, dass im März 3.600 Menschen arbeitslos geworden seien, gleichzeitig aber 4.600 Menschen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen hätten.
Biercher gab sich optimistisch, was die nähere Zukunft angeht. "Ich gehe davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten weiter sinken wird", erklärte er. Unternehmen der Hotellerie, Gastronomie, des Garten- und Landschaftsbaus, aber auch des Baugewerbes würden vermehrt Arbeits- und Fachkräfte einstellen.
Hamburg: Nahezu konstante Zahlen
Die Zahl der Arbeitslosen in Hamburg blieb im März im Vergleich zum Vormonat nahezu konstant. Sie sei lediglich um 13 Personen auf 92.925 Arbeitslose gestiegen, teilte die Hamburger Agentur für Arbeit mit. Die Arbeitslosenquote blieb damit unverändert bei 8,3 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 8,0 Prozent.
"Der März kommt etwas schwach in Gang", sagte der operative Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Hamburg, Reinhold Wellen. Die Zahl der Arbeitslosen sei zwar nur marginal gestiegen. Gleichzeitig verliere der Stellenmarkt aber etwas an Fahrt, weil weniger Jobs gemeldet worden seien. "In Hamburg gibt es folglich eine Seitwärtsbewegung, und die Frühjahrsbelebung lässt trotz Arbeits- und Fachkräftemangel vorerst auf sich warten." Trotzdem hat die Arbeitsagentur knapp 15.600 offene Jobs im Angebot.