Versteckt vor den Nazis: Unbekannte Gemälde von Platek aufgetaucht
Das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück hat drei bislang unbekannte Gemälde der Künstlerin Felka Platek geschenkt bekommen. Die Werke der von den Nazis ermordeten Künstlerin geben Aufschluss über ihre letzten Lebensjahre.
Platek wurde zusammen mit ihrem Ehemann, dem deutschen Maler Felix Nussbaum, im Vernichtungslager Auschwitz von den Nationalsozialisten ermordet. Das Paar versteckte sich bis 1944 bei einer Familie in Brüssel. Maryvonne Collot, eine Nachfahrin der Familie, hat die drei Gemälde nun dem Felix-Nussbaum-Haus übergeben.
Platek malte Porträts der Brüsseler Familie

Es handelt sich dabei um Porträts, die Platek während ihrer Zeit in Brüssel von Mitgliedern der Familie Giboux-Collot anfertigte. Bislang wurde angenommen, dass das Künstlerpaar ab März 1943 in der Rue Archimède in Brüssel im Versteck lebte, während Felix Nussbaum seine berühmten Hauptwerke in einem Kellerversteck in der Rue Général Gratry malte.
Neue Informationen über Aufenthaltsorte von Platek und Nussbaum
Nach Informationen von Maryvonne Collot nutzte Felix Nussbaum das Haus ihrer Familie in der Rue Général Gratry aber nicht nur zum Malen. Wie das Museum mitteilte, legte Collot Dokumente vor, die belegen, dass ihre Familie dem Künstlerpaar die Souterrainetage ihres Hauses als Versteck vor den Nazis zur Verfügung stellte. In dieser Zeit habe sich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen ihrer Familie und den beiden Künstlern entwickelt, so Collot.
Felix-Nussbaum-Haus will weiter nachforschen
Fotos aus der Zeit nach dem Krieg zeigen Gemälde Plateks und Nussbaums in der Wohnung der Familie. Die neuen Erkenntnisse über die letzten Lebensjahre der beiden Künstler will das Felix-Nussbaum-Haus nun als Anlass nehmen, weitere Nachforschungen anzustellen. Demnach müsse auch die Geschichte der 1943 und 1944 geschaffenen Werke von Nussbaum und Platek neu aufgerollt werden.
