Kultusministerin Julia Willie Hamburg hält wenig "von landesweitem Verbot" von Handys an niedersächsischen Schule. Wie nun aber eine Gesamtschule im Land nun Tablets, statt Smartphones nutzt, erzählt diese Reportage.
Silke Müller ist ebenfalls Schulleiterin in Niedersachsen, gleichzeitig Digitalbotschafterin des Landes und Expertin für die Gefahren von Social Media. Auch sie ist für zentrale Regelungen, die Schulen entlasten würden. "Es geht nicht um das technische Gerät. Es geht am Ende um die Inhalte, nach denen die Kinder nicht immer suchen, sondern algorithmisch bedingt finden grausame Inhalte auch die Kinder. Sie erleben Tierquälerei, härteste Pornografie, sie erleben Gewaltszenen. Um Kindern wirklich eine Sicherheit im Netz zu ermöglichen, braucht es staatliche Vorgaben."
Wenn es nach Silke Müller ginge, bräuchte es für jüngere Kinder noch viel strengere Regeln, als ein Handyverbot an der Schule. "Ich meine, dass Eltern, die ihrem Kind in der Grundschule ein Smartphone geben, bestraft werden sollten, und zwar ziemlich hoch. Ich glaube, wir brauchen wirklich Richtlinien, nach denen man sich richten und orientieren kann, für die man auch sanktioniert werden kann, wenn man sich nicht daran hält."
Die Schulen nehmen ihre Verantwortung ernst - können den Schutz der Kinder aber nicht alleine stemmen, sagt Schulleiter Ceylan: "Wir dürfen unseren Einfluss nicht überschätzen, wir dürfen uns aber auch nicht überfordern." Etwa würde die Schule ein Kind, das zu Hause seit dem sechsten Lebensjahr ein Handy besitze und die ganze Nacht durchzocken dürfe, nicht "umkrempeln" können. "Wir können aber Impulse setzen und vielleicht trägt das Früchte."
Das Handyverbot ist also eine Art Notlösung: Schule als "Safe Space", in dem die Kinder eine dringend nötige Pause vom Handy bekommen.