Kolumne: Hör mal 'n beten to "De Ton makt de Musik"
Thomas Lenz hat einen Fehler gemacht und wird von einem Mitmenschen sehr unfreundlich darauf hingewiesen. Das muss nicht sein, findet er.
Un wedder so en Morsback, de mi seggt, wat ik verkiehrt makt heff! Ach nee, he seggt mi dat gor nich, he blafft mi an! "Hier is parken blots för Anwahners!" - Ja tschulligung, heff ik nich seihn, deid mi leed! - "Keen Klüsen in'n Kopp oder wat?" - Noch mal nahperren, natürlich. - Mien Fähler, nocheins: deid mi leed! - "Deid mi leed?! Neegst mal roop ik de Schandarms!" -
Oah, an lewsten harr'k den Töffel dat Fell öwer de Uhren treckt. Dat heele Fell! - Ja, ik harr wat verkiehrt makt un weer längst wedder wegföhrt, wenn de mi nich noch dreemal antoddert harr! - Kann'n dat nich in normalen Ton seggen?
As dat in den Wohld rinröppt, schallt dat ok wedder trügg
De Ton makt de Musik, hett Opa ümmer seggt. Recht harr de Oll! Dat geiht meist gor nich üm dat, wat seggt ward, sünnern woans dat seggt ward. Griesmulsch oder fründlich, vun baben rünner oder vun gliek to gliek. In en goden Ton kannst sogor mit'n echten Wedderpart öwer Gott un de Welt strieden un gor nich een Meenen sein, un liekers kamt ji miteinanner klor.
Man in so'n Gnatzmichelton funktschenert gor nix. As dat in den Wohld rinröppt, schallt dat ok wedder trügg. Heff ik as Kind lehrt, un löppt ok allermeist allerbest. Blots mit so'n Krawallbroder nich. De striet sik sülwst denn noch mit di, wenn't öwerhaupt nix miehr to streiden gifft un ji al lang en Meenen sünd.
Ümdreihn un stahn laten
Wat makst mit so een? Kopp in't Klo stuken dörfst nich. Disketeren, up'n Pott setten, lahnt nich. Enfach ümdreihn un stahn laten, makt noch den wenigsten Arger. Man so en Minsch, de mit de heele Welt nich klorkümmt, liggt allermeist ok mit sik sülwst in'n Klinsch. Tominnst tuschen wull ik nich mit em. De Schriewer George Bernard Shaw hett eins seggt: "In den richtigen Ton kann een allens seggen. In den verkiehrten Ton gor nix." Touché!
Zum Podcast-Angebot der plattdeutschen Sendereihe "Hör mal 'n beten to"
Die plattdeutsche Morgenplauderei "Hör mal 'n beten to" gehört seit mehr als 60 Jahren zum Alltag in Norddeutschland. Hier werden die Wunderlichkeiten des Alltags betrachtet. So klingt es, wenn wir Norddeutschen uns selbst auf die Schippe nehmen - liebevoll bis spöttisch, selten mit dem Finger in schmerzenden Wunden, aber immer an Stellen, an denen wir kitzelig sind. Im Radio: werktags um 10.40 Uhr auf NDR 1 Welle Nord, um 11.50 Uhr auf NDR 1 Niedersachsen und um 13.20 Uhr auf NDR 90,3.
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Plattdeutsch
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