VIDEO: Das sind die Hintergründe zur Spielabsage Hansa - Unterhaching (5 Min)

SpVgg Unterhaching übernimmt volle Verantwortung für Absage gegen Hansa

Stand: 27.02.2025 15:30 Uhr

Die SpVgg Unterhaching übernimmt die volle Verantwortung für die Absage des Drittliga-Spiels gegen den FC Hansa Rostock. Die Partie kann nicht wie geplant am Sonntag stattfinden. Der Sportpark ist wegen Sicherheitsbedenken gesperrt.

"Den Schwarzen Peter auf die Rostock-Fans zu schieben, ist nicht Haching-Art", sagte Unterhachings Präsident Manfred Schwabl dem BR. "Wir waren im ständigen Austausch mit den Sicherheitsbehörden, aber anscheinend hat es nicht ausgereicht und das müssen wir auf unsere Kappe nehmen."

Hansas Vorstandsvorsitzender Jürgen Wehlend hatte schon am Vortag betont, dass es keinen Zusammenhang mit den massiven Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende bei der Partie gegen Dynamo Dresden im Ostseestadion gebe.

"Vielleicht lag es auch ein bisschen daran, dass am vergangenen Wochenende das Spiel Rostock gegen Dresden nicht unbedingt ein Ruhmesblatt für den Fußball war. Das war sicher für die Bewertung nicht positiv, aber den Schwarzen Peter auf die Rostock-Fans zu schieben, ist überhaupt nicht Haching-Art. Da waren wir am Zug und kein anderer." Manfred Schwabl

Mehrfache Aufforderung durch die Gemeinde

Der DFB und der FC Hansa hatten bereits im Zuge der Absage des Spiels am Sonntag mitgeteilt, dass die SpVgg eine Frist zur Überarbeitung des eingereichten Sicherheitskonzeptes verpasst habe. Der Club sei mehrfach aufgefordert worden, das bestehende Konzept zu überarbeiten, bestätigte Simon Hötzl, Pressesprecher und Wirtschaftsreferent der Gemeinde Unterhaching, auf NDR Anfrage.

"Die Forderung, das bestehende Sicherheitskonzept zu überarbeiten, wurde dem Veranstalter bereits in der Sicherheitsbesprechung zum Beginn der laufenden Saison (05.07.2024) erstmals mitgeteilt, danach in einer eigens anberaumten Besprechung mit Gemeinde, Veranstalter und Polizeibehörden am 27.08.2024", so Hötzl.

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Zudem sei in spieltagsbegleitenden Sicherheitsbesprechungen regelmäßig auf die Aktualisierung hingewiesen worden. "Nach den Erfahrungen der ersten Saisonhälfte haben wir dem Veranstalter zum Jahresende 2024 - auf Basis einer dezidierten Empfehlung der Polizeibehörde - eindeutig klargemacht, dass ohne genehmigtes Sicherheitskonzept keine High-Risk-Spiele mehr im Sportpark Unterhaching stattfinden dürfen." Das Prüfverfahren nehme "eine gewisse Zeit in Anspruch. Auch das haben wir im Vorfeld kommuniziert."

Letzte Frist am 18. Februar abgelaufen

Die letzte Frist zur Einreichung des Konzeptes war laut der Gemeinde Unterhaching am 18. Februar 2025 abgelaufen und somit vor der von Krawallen überschatteten Begegnung der Mecklenburger gegen Dynamo. Zu diesem Zeitpunkt hätte es bei vollständiger Einreichung der Genehmigungsprozess gerade noch rechtzeitig vor Beginn des Risikospiels gegen den FC Hansa geschafft und umgesetzt werden können, so der Sprecher weiter: "Nach Ablauf dieser letzten Frist wurde der Veranstalter am 20. Februar formell angehört und mitgeteilt, dass wir beabsichtigen, das Spiel gegen den FC Hansa Rostock abzusagen." Der Untersagungsbescheid für das Spiel sei am 25. Februar zugestellt worden.

Schwabl: "Sicherheit ist das höchste Gut"

Schwabl zeigte sich zerknirscht: "Im Hinblick auf Rostock-Spiel liegt ja das Sicherheitskonzept mittlerweile vor. Aber die Behörden haben gesagt, es ist einfach zu knapp gewesen. Den Schuh müssen wir uns schon selber anziehen." Laut Gemeinde habe sie am Mittwoch - dem Tag der Absage - "umfangreiches Material" von der SpVgg Unterhaching erhalten.

Er stehe voll hinter der Entscheidung der Behörden, betonte Schwabl: "Wir haben sehr viele Familien mit Kindern im Stadion. Da ist mir das auch zu heiß, wenn wirklich ein Punkt fehlt, wo man sagt, das ist gefährlich. Die Sicherheit in den Stadien ist das höchste Gut und das Allerwichtigste, denn sonst können wir die Branche sowieso hinterfragen."

Haching - Dresden untermauerte "Notwendigkeit"

Auch im Dezember hatte in Unterhaching ein Risikospiel angestanden, die Partie gegen Dresden habe trotz Sicherheitsbedenken "aufgrund einer Einzelfallentscheidung unter Einbeziehung der Einschätzung der Polizeibehörden und unter Auflagen" stattfinden können, erklärte Hötzl. In der Rückschau habe sich nochmals "sehr deutlich die Notwendigkeit der Festlegung standardisierter Abläufe und Prozesse in einem Sicherheitskonzept gezeigt".

Die Spiele im Januar mit geringerer Sicherheitseinstufung wurden demnach ebenfalls aufgrund von Einzelfallprüfungen ausgetragen. Das könnte auch für das kommende Heimspiel am 11. März gegen Verl gelten, das kein Risikospiel ist.

DFB und FC Hansa prüfen Konsequenzen

Unklar ist nun, welche Folgen die Vorkommnisse für den Tabellenletzten aus Bayern und die Wertung des Spiels haben werden. Der DFB hat bereits angekündigt, die Vorgänge, "die zur überraschenden Sperrung des Sportparks durch die Gemeinde geführt haben" und mögliche Konsequenzen daraus intensiv zu prüfen. Auch der FCH prüfe bereits die Rechtslage "zur Wahrung seiner Interessen", so die Mecklenburger.

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Nordmagazin | 27.02.2025 | 19:30 Uhr

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