Jagd auf Katzen? Fachgespräch im Umwelt- und Agrarausschuss
Fast 2.600 Katzen sind innerhalb eines Jahres im Land von Jägern erschossen worden - gedeckt vom Jagdgesetz. Das sorgt für hitzige Diskussionen - auch am Mittwoch im Umweltausschuss des Landtags.
Im Umweltausschuss des Landtages waren am Mittwoch Vertreterinnen und Vertreter des Landesjagdverbandes, des Landestierschutzverbandes und der Tierärztekammer zu einem Fachgespräch geladen, um über ein mögliches Jagdverbot auf Katzen zu sprechen. Die SPD hat sich in dem Rahmen für eine landesweite Katzenschutzverordnung ausgesprochen. Damit die Tiere perspektivisch nicht mehr getötet werden müssen, müssten Freigänger-Katzen nicht nur kastriert, sondern auch gechipt und registriert werden", so die umweltpolitische Sprecherin der SPD Sandra Redmann.
180 Katzen in Südholstein abgeschossen
Aktuell dürfen Jägerinnen und Jäger im Land unter bestimmten Umständen Katzen abschießen. Nach aktuellem Jagdbericht war das zwischen April 2023 und März 2024 in den Kreisen Pinneberg, Segeberg und Stormarn etwa 180 Mal der Fall. Dabei geht es laut Landesjagdverband grundsätzlich vor allem um freilebende Katzen. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums gibt es in Schleswig-Holstein etwa 75.000 dieser freilebenden Katzen, die sich unkontrolliert vermehren.
Landesjagdverband will an Verbot festhalten.
Das Problem: Viele dieser Katzen machen sich laut Landesjagdverband auf die Jagd nach Vögeln und anderen Säugetieren. Besonders gefährdet sind demnach beispielsweise bodenbrütende Vogelarten, Feldhasen und Wildkaninchen. Deshalb spricht sich der Landesjagdverband weiter gegen ein Jagdverbot auf Katzen aus. Einig sind sich die Jägerinnen und Jäger und Vertreterinnen und Vertretern von Tierschutzverbänden darüber, dass die Kastrationspflicht für Katzen ausgeweitet ausgeweitet werden muss.
