Deutlich weniger Unternehmen siedeln sich im Norden an
Die schwierige wirtschaftliche Situation in Deutschland sorgt offenbar auch dafür, dass sich weniger Unternehmen in SH niederlassen. Der Rückgang lag im Vergleich zum Vorjahr 2024 bei fast 34 Prozent.
Die Zahl der Unternehmen, die sich in Schleswig-Holstein ansiedeln, ist zurückgegangen. Laut der am Mittwoch vorgestellten Ansiedlungsbilanz haben sich im vergangenen Jahr insgesamt 74 Unternehmen im Land niedergelassen - ein historischer Tiefstand. Im Jahr davor waren es demnach noch 112 Betriebe. Der Rückgang liegt also bei fast 34 Prozent. Insgesamt 3.557 Arbeitsplätze sollten durch die Ansiedlung ursprünglich geschaffen werden, teilte der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH) mit. Darunter waren allerdings 3.000 Stellen bei der Northvolt, dessen Ansiedlung inzwischen unsicher ist.
Geopolitische Unsicherheiten halten Unternehmen von Ansiedlung ab
Von einem "bescheidenen Ergebnis" sprach WTSH-Geschäftsführer, Hinrich Habeck. Die WTSH unterstützt die Unternehmen, die sich im Land niederlassen wollen. Sie sieht geopolitische Unsicherheiten - zum Beispiel durch den Ukrainekrieg - aber auch steigende Baukosten sowie Finanzierungsfragen als Gründe dafür, dass sich aktuell eher wenige Unternehmen im Norden ansiedeln. "Manchmal ist es aber auch nicht gelungen, adäquate Flächen für Interessenten bereitzustellen", sagte Habeck.
Grüne Energie ist noch Alleinstellungsmerkmal in SH
Habeck fügte dennoch hinzu, dass die Chancen gut stünden, dass es bald wieder bergauf gehen würde. Schleswig-Holstein biete optimale Bedingungen - gerade für energieintensive Betriebe. Grüne Energie werde, so Habeck, voraussichtlich noch vier bis fünf Jahre Alleinstellungsmerkmal Schleswig-Holsteins bleiben. Wirtschaftsstaatssekretärin Julia Carstens (CDU) betonte daher, der Fokus der WTSH werde auf der Verfügbarkeit von Flächen und den erneuerbaren Energien liegen.
2024 entschieden sich laut WTSH sechs ausländische Unternehmen für Schleswig-Holstein. 2023 waren es noch neun. Aus Hamburg wechselten, wie im Vorjahr, acht Unternehmen ins nördlichste Bundesland, aus dem übrigen Bundesgebiet zwölf - 2023 waren es zehn.
