Die Waage im Foyer des Bürgerbahnhofs in Grevesmühlen wurde zerstört. © NDR Screenshots Foto: NDR Screenshots
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AUDIO: Grevesmühlen: Vandalismus und Brandstiftung halten Stadt in Atem (2 Min)

Grevesmühlen: Vandalismus und Brandstiftung halten Stadt in Atem

Stand: 26.02.2025 14:20 Uhr

Vandalismus beschäftigt die Stadt Grevesmühlen. Zuletzt gab es besonders viele und besonders schwere Schäden - vor allem in der Zeit um den Jahreswechsel, so Bürgermeister Lars Prahler.

von Mirko Bock

Auf dem Spielplatz in Grevesmühlen wurde eine "Kugelbombe" gezündet. Das Dach eines Spielturms ist kaputt. © NDR Screenshots Foto: NDR Screenshots
Die "Kugelbombe" hat unter anderem das Dach eines Spielturms zerstört.

Innerhalb von ein paar Wochen sind in Grevesmühlen Sachschäden durch Vandalismus und Brandstiftung in Höhe von etwa 60.000 Euro entstanden. Das sind mehr Kosten, als in den vergangenen drei Jahren zusammen, so Prahler. Ein Beispiel: In der Silvesternacht sind zwei Weihnachtsbuden auf dem Marktplatz zerstört worden. Die Kosten hier: 10.000 Euro. Darüber hinaus wurde offenbar eine Art "Kugelbombe" auf dem Spielplatz auf der Bürgerwiese gezündet. Spielgeräte wurden dadurch demoliert und sind derzeit nicht nutzbar. Die Reparatur kostet auch hier 12.000 Euro.

Geld fehlt in der Stadtkasse

Das Geld könnte der Stadt in Zukunft an anderen Stellen fehlen. Laut Prahler entsprechen die 60.000 Euro etwa dem, was die Stadt als Eigenanteil für die Schulsozialarbeit aufbringt. 60.000 Euro stünden auch als Budget für Vereine zur Kulturförderung zur Verfügung.

In Grevesmühlen sind mehrere Kleingärten angezündet worden. © NDR Screenshots Foto: NDR Screenshots
Das Trümmerfeld zu beseitigen kostet die Stadt 30.000 Euro.
Brandserie besonders ärgerlich

Prahler zufolge hat die Brandserie in der Stadt im vergangenen Jahr begonnen. An mehreren Standorten wurden in Kleingartensiedlungen Feuer gelegt. Auch eine Anlage der Stadt hat gebrannt. Dort ist nur ein Trümmerfeld zurückgeblieben. In den meisten Fällen konnten die Feuer jedoch Schlimmeres verhindern. Trotzdem sind auch damit Kosten für Großeinsätze der Feuerwehr verbunden. Das Trümmerfeld zu beseitigen kostet die Stadt zusätzlich 30.000 Euro. Kleingärtner fühlen sich zudem nicht mehr sicher. Die Polizei ermittelt, hat jedoch aus ermittlungstaktischen Gründen noch keine Informationen dazu gegeben. Es ist also noch unklar, wer für die Brände verantwortlich ist.

Weitere Informationen
Eine Fahrzeugfront mit der Aufschrift Feuerwehr. © NDR Foto: Julius Matuschik

Brandserie in Grevesmühlen: Erneut Feuer in Kleingartenanlage

Seit Wochen kommt es zu Bränden dieser Art. Jetzt soll es eine Videoaufnahme vom vermeintlichen Brandstifter geben. mehr

Kinder und Jugendliche im Fokus

Nach Angaben der Polizei gibt es aber Hinweise darauf, dass Kinder oder Jugendlichen für einige der Sachbeschädigungen verantwortlich sind. In einem Fall im Foyer des Bürger-Bahnhofs wurde die historische Waage demoliert. Ein mutmaßlicher Randalierer wurde festgestellt. Hier handelt es sich laut Polizei um ein Kind. Beim Vandalismus am Spielplatz wurden bislang keine Täter ermittelt. Jedoch gibt es laut Polizei auch hier Hinweise darauf, dass es Kinder und Jugendliche sein könnten.

Stadt versucht Angebote auszubauen

Aktuell gibt es in der Stadt laut Prahler bereits Schulsozialarbeit, einen Jugendclub und Vereine die Jugendarbeit betrieben. Damit würden aber offenbar nicht alle Jugendlichen erreicht. Deshalb habe sich die Stadt dazu entschieden einen zusätzlichen Raum am Bahnhof zu schaffen.

Es sind nicht die Jugendlichen. Wenn ich unseren Schulen Besuche abstatte, dann geht mir das Herz auf wie toll unsere Jugendlichen sind. Aber es sind offensichtlich Idioten unterwegs und die überlegen sich immer klüger, wie sie uns am meisten wehtun können. Lars Prahler Bürgermeister Grevesmühlen

Die Schäden in der Stadt werden derzeit noch repariert. Die historische Waage ist beispielsweise bereits wieder intakt. Auch der Spielplatz wird wieder instand gesetzt. Prahler appelliert unter anderem an Eltern mit ihren Kindern über Alkohol und Sachbeschädigungen zu sprechen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 26.02.2025 | 17:15 Uhr

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