Chormusik
Sonntag, 09. März 2025, 17:00 bis
18:00 Uhr
"Dies ist das Beste von mir, im Übrigen habe ich gegessen und getrunken und geschlafen, geliebt und gehasst wie jeder andere; aber eines weiß ich sicher: wenn überhaupt etwas von mir eurer Erinnerung wert ist, so ist es dieses Oratorium", schrieb der britische Komponist Edward Elgar, nachdem er "The Dream of Gerontius" fertig komponiert hatte. Tod, Erlösung und Auferstehung sind die zentralen Themen darin. Textgrundlage des Oratoriums ist das Gedicht The dream of Gerontius des Kardinals John Henry Newman. Darin geht es im ersten Teil um einen Mann, Gerontius, an der Schwelle des Todes. Auf dem Sterbebett -umgeben von Freunden und Priestern- verabschiedet er sich von der irdischen Welt. Der zweite Teil begleitet Gerontius im Jenseits durch das Fegefeuer und bei seiner Begegnung mit Gott - dem Höhepunkt des gesamten Oratoriums. Das Gedicht, das John Henry Newman im Jahr 1865 verfasst hat, war damals in England sehr populär. Als Elgar den Auftrag bekam, für das Musikfest Birmingham ein großes Werk zu schreiben, kommt ihm dieses Gedicht als Libretto sofort in den Sinn und er beschließt, es zu vertonen.
Chaotische Uraufführung mit verpatzten Einsätzen
Die Uraufführung beim Musikfest in Birmingham im Jahr 1900 geriet allerdings zum Desaster. Der große Chor aus über 350 Sängerinnen und Sänger war vollkommen überfordert, was auch damit zusammenhing, dass er die Noten erst zwei Monate vor der Uraufführung zum Einstudieren bekommen hatte. Bei der Generalprobe in der Town Hall in Birmingham soll Elgar mitten in der Probe aufgesprungen sein und den Chor kritisiert haben, was die eh angespannte Stimmung nicht gerade aufgebessert haben soll. Und auch das Orchester konnte sich nicht gut vorbereiten. Elgar hatte nämlich zuerst einen Klavierauszug angefertigt und dann erst begann er kurz vor Schluss mit der Ausarbeitung der Partitur und der Orchesterstimmen.
Herausfordernde Chorpartien
Ebenso anspruchsvoll sind die solistischen Partien, die Partien des Gerontius und des Engels sind hier besonders hervorzuheben.Edward Elgar hat dem groß besetzten Chor ein groß besetztes Orchester zur Seite gestellt, u.a. mit dreifachem Holz- und Blech, zwei Harfen und viel Schlagwerk. Auch eine Orgel ist vorgesehen und ein großer Streicherapparat. Elgar fährt alles auf, um die Geschichte des Gerontius mit den vielen Klangfarben eines großen romantischen Sinfonieorchesters zu erzählen.
Herausragende junge Stimmen
Sie hören eine Aufnahme, die 2024 beim Label Signum erschienen ist - mit den jungen Stimmen zweier herausragender Jugendchöre: dem Polish National Youth Choir und dem britischen Jugendchor Gabrieli Roar. Die Leitung hat der Brite Paul McCreesh.
Eine Sendung von Eva Schramm.
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