Eintracht gegen Ulm - und den gebürtigen Braunschweiger Brandt
Eintracht Braunschweig hat am Sonnabend den SSV Ulm zum Zweitliga-Abstiegskracher zu Gast. Dann geht es für den BTSV nicht nur um drei wichtige Punkte für den Klassenverbleib, sondern in Max Brandt auch gegen einen Sohn der Stadt.
Es begann mit der Eintracht. "Die hat mich zum Fußball gebracht", sagte Brandt in einem Interview unter der Woche auf der Homepage der Braunschweiger: Seine "ersten Erinnerungen an den Fußball" habe er "zusammen mit der Eintracht gesammelt" - und natürlich war es "immer ein Wunsch von mir, einmal im Eintracht-Stadion zu spielen".
Am Sonnabend wird der 23-Jährige sich diesen Wunsch erfüllen (13 Uhr, im NDR Livecenter), wenn auch etwas anders, als er sich irgendwann mal gedacht haben mag. "Wahrscheinlich war es früher eher der Traum, für die Eintracht zu spielen", sagte Brandt: "Jetzt hat sich das ganze Szenario gedreht und ich komme als Gast an die Hamburger Straße."
"Es wird sicherlich ordentlich zur Sache gehen. Keine Mannschaft wird der anderen etwas schenken." Max Brandt, gebürtiger Braunschweiger und jetziger Ulmer Spieler
Der Verein ist für Brandt, der einst im südwestlichen Stadtteil Geitelde kickte und den es über Wolfsburg und Hamburg (St. Pauli II und Teutonia Ottensen) nach Ulm verschlug, also ein anderer, die Verbindungen in die Heimat aber sind geblieben. Eltern, Bruder, Großeltern, Onkel und Tante - sie alle leben noch in der Stadt und der Region.
Den Überblick darüber, wie viele Tickets er für die Partie besorgen musste, hat er verloren: "Ich müsste schätzen, wahrscheinlich sind es zwischen 30 und 50 Personen", sagte er.
Sicher aber sind aus seiner Sicht zwei Dinge: "Meine ganze Familie ist da und viele Freunde und Bekannte von früher." Und, mit Blick auf das Spiel, dass es "eine sehr intensive Partie" wird, "es wird sicherlich ordentlich zur Sache gehen. Keine Mannschaft wird der anderen etwas schenken."
Scherning: "Von der ersten Minute zeigen, dass wir gewinnen wollen"
Das glaubt auch BTSV-Coach Daniel Scherning, der die "Spatzen" mit hoher Intensität, "kompakt und laufstark" erwartet. Um die Bedeutung der Begegnung zu begreifen, reiche ein Blick auf die Tabelle: Wenn der Sechzehnte, seine Eintracht, den Siebzehnten, Ulm, empfange, dann sei das "ein wichtiges Spiel, gar keine Frage", sagte der 41-Jährige am Freitag. Zumal seine Mannschaft die Chance hat, die Schwaben mit einem Sieg auf sechs Punkte zu distanzieren. Für das Erreichen mindestens des Relegationsrangs wäre das ein großer Schritt.
Dafür, so Scherning, werde "entscheidend sein, dass wir von der ersten Minute an zeigen, dass wir dieses Spiel gewinnen wollen". Wie es nicht geht, haben die "Löwen" im Hinspiel gezeigt, als sie beim 1:3 konfus und zugleich zahm auftraten. In der ersten Hälfte brachten sie im vergangenen September keinen einzigen Torschuss zustande.
Braunschweig baut auf Heimstärke
Die Braunschweiger sind also gewarnt. Scherning aber baut auf die Stärke zu Hause. Vier der fünf Saisonsiege hat der BTSV dort geholt, beim jüngsten Auftritt vor den eigenen Anhängern gelang ein 1:0 über Darmstadt. "Wir haben oft genug gezeigt, dass wir in der Lage sind, zu Hause unangenehm zu sein und Spiele zu gewinnen", sagte der Trainer.
Seine Mannschaft werde gegen einen defensiv starken Gegner, die Ulmer haben bislang nur 30 Gegentore gefangen, "Wille, Energie, Kampfgeist und Durchsetzungsvermögen" benötigen - und, so prophezeit Scherning, gute Standards. Offensive wie defensiv. "Wir stellen uns auf ein Kampfspiel ein." Eine Partie, an deren Ende - den Sieg einer Mannschaft vorausgesetzt - mindestens ein Braunschweiger jubeln wird. Es muss auf dem Rasen ja kein gebürtiger sein ...
Mögliche Aufstellungen:
Eintracht Braunschweig: Hoffmann - Ivanov, Bicakcic, Ehlers - Dräger, Baas, Di Michele Sanchez - Kaufmann, Tempelmann - Polter, Philippe
SSV Ulm 1846: Ortag - Gaal, Strompf, Kolbe - Rösch, Brandt, Dressel, Keller - Krattenmacher, Telelovic, Battista Meier
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