Gewaltsamer Tod von 34-jähriger Mutter wird Fall für den BGH
Nachdem das Landgericht Göttingen einen 40-jährigen Mann wegen Mordes an seiner 34-jährigen Frau zu lebenslanger Haft verurteilt hat, wird nun der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Urteil überprüfen.
Auf Wunsch des Verurteilten ist die Verteidigung des Mannes in Revision gegangen. Sein Mandant sei mit dem Urteil nicht einverstanden, sagte der Göttinger Rechtsanwalt Karl-Heinz Mügge auf NDR Nachfrage. Das Landgericht Göttingen hatte es erwiesen angesehen, dass der in Göttingen-Grone lebende Syrer Anfang Mai vergangenen Jahres seine ebenfalls aus Syrien stammende Frau und vierfache Mutter um kurz nach Mitternacht heimtückisch mit 23 Messerstichen getötet hat. Drei der vier Kinder mussten demnach die Tat teilweise verfolgen. Das Gericht war mit seinem Urteil im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Frauenorganisationen aus Göttingen bezeichnen die Tat als Femizid.
BGH entscheidet über das Urteil
Inwieweit das Urteil, das am 20. Februar gefällt wurde, Bestand hat, entscheidet nun der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Aussagen wie jene, dass sein Mandant vor der Tat das Messer tatsächlich unter das Kopfkissen gelegt habe, sei eine Feststellung des Gerichts gewesen, so Mügge. Gesehen habe das keiner. Allerdings räumt auch Mügge ein, dass die Anzahl der erfolgreichen Revisionen in Deutschland nicht sehr hoch sei. Tatsächlich liegt die Zahl der erfolgreichen Revisionen im Strafrecht in Deutschland nach Einschätzung von Experten im einstelligen Bereich.
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