Ein Schild mit der Aufschrift "Landeskriminalamt Niedersachsen" ist im Eingangsbereich der Behörde zu sehen. © picture alliance/dpa Foto: Moritz Frankenberg

Corona-Hilfen in Millionenhöhe erschlichen? Razzien in Niedersachsen

Stand: 02.04.2025 18:11 Uhr

Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen ermittelt wegen Wirtschaftsbetrugs in Millionenhöhe gegen sechs Personen. Ihnen wird Subventionsbetrug mit Corona-Finanzhilfen und Insolvenzverschleppung vorgeworfen.

Wie das LKA in Hannover und die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Mittwoch mitteilten, stehen die sechs Personen unter Verdacht, in Anträgen für Corona-Hilfen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) 2020 und 2021 falsche Angaben gemacht und die Kredite "zweckwidrig verwendet" zu haben. Wofür das Geld ausgegeben worden sein soll, gaben LKA und Staatsanwaltschaft nicht an. Bereits am vergangenen Donnerstag gab es demnach Durchsuchungen in zwölf Objekten in Niedersachsen, Hamburg und Sachsen-Anhalt. Es seien Firmenunterlagen und digitale Beweismittel beschlagnahmt worden, so LKA und Staatsanwaltschaft. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen den Angaben zufolge eine 56 Jahre alte Frau und ein 40 Jahre alter Mann.

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Kredite für Firmen aus Speditionsbranche beantragt

Nach Angaben der Ermittler sollen die Beschuldigten mit den Anträgen geltende Höchstbeträge umgangen und für fünf Unternehmen aus der Speditionsbranche rund 3,5 Millionen Euro Corona-Hilfen ausgezahlt bekommen haben. Außerdem soll die 56-Jährige einen KfW-Kredit für eine eigene Firma für andere Zwecke genutzt haben - laut LKA entstand dabei ein Schaden von zwei Millionen Euro. Während der Corona-Pandemie konnten Unternehmen bei der staatlichen Förderbank KfW sogenannte Schnellkredite zur Unterstützung beantragen.

Ermittlungen decken mutmaßlichen Insolvenzbetrug auf

Außerdem kam während der Ermittlungen den Angaben zufolge der Verdacht auf, dass zwei Firmen-Insolvenzen mutmaßlich verschleppt wurden. Die zwei Unternehmen seien trotz finanzieller Schwierigkeiten im Jahr 2024 verkauft worden. Es bestehe der Verdacht, dass die Geschäftsführung einen Insolvenzantrag hätte stellen müssen, so LKA und Staatsanwaltschaft.

An diesen Orten fanden Durchsuchungen statt

  • Buchholz in der Nordheide (Landkreis Harburg)
  • Hannover, Wedemark (Region Hannover)
  • Munster (Landkreis Heidekreis)
  • Sögel (Landkreis Emsland)
  • Langenhagen (Region Hannover)
  • Liebenburg (Landkreis Goslar)
  • Goslar
  • Salzgitter
  • Hamburg
  • Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt

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