Terrorverdacht: Großrazzia in sechs Bundesländern
Deutsche Sicherheitsbehörden sind am Mittwoch mit einer Großrazzia gegen eritreische Regierungsgegner wegen Gewaltaktionen vorgegangen. Es gehe um den Verdacht der Gründung und Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung.
Wegen Terrorverdachts liefen am Mittwoch Durchsuchungen in sechs Bundesländern - auch in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel der Ermittlungen war eine Wohnung in Rostock Evershagen, bestätigte eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft im Gespräch mir dem NDR. In welcher Verbindung der Bewohner zu der mutmaßlichen Terrorgruppe steht, blieb zunächst unklar.
Eine weitere Durchsuchung gab es in Dänemark. Die Bundesanwaltschaft wirft 17 Beschuldigten die Gründung oder Mitgliedschaft in der inländischen terroristischen Vereinigung "Brigade N'Hamedu" vor. Es handle sich um eine auch international vernetzte Gruppierung, deren Ziel es sei, die Regierung in Eritrea zu stürzen, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.
Bundesanwaltschaft: Keine Festnahmen
Der deutsche Ableger der Brigade sei spätestens seit 2022 aktiv. Er verfolge das Ziel durch Gewaltaktionen gegen Veranstaltungen, die von der eritreischen Regierung unterstützt werden. Es bestehe der Verdacht, dass dessen Mitglieder an gewaltsamen Ausschreitungen bei Eritrea-Festivals in Gießen 2022 und in Stuttgart 2023 beteiligt gewesen seien. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft dienen die Durchsuchungen dazu, "die bestehenden Verdachtsmomente zu objektivieren". Insgesamt wurden 19 Objekten in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz durchsucht. Festnahmen seien nicht erfolgt.
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