Hamburg hat zwei neue Senatorinnen
Die Umbildung des Senats von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ist abgeschlossen: In der letzten Bürgerschaftssitzung in diesem Jahr sind am Donnerstag zwei neue Senatorinnen vereidigt worden.
Zu Beginn der Schlussberatungen über den Doppelhaushalt 2023/2024 bestätigte die Bürgerschaft die Berufung von Melanie Schlotzhauer und Karen Pein (beide SPD) in die rot-grüne Regierung. Um kurz nach 14 Uhr verkündete Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit das Wahlergebnis: 76 von 99 Abgeordneten stimmten dafür, 22 dagegen bei einer Enthaltung. Zahlreiche Abgeordnete hatten sich krank entschuldigen lassen. Die Anwesenden von SPD und Grünen stimmten offenbar geschlossen für Schlotzhauer und Pein.
Vorgänger waren auf eigenen Wunsch gegangen
Nach der Abstimmung wurden die beiden Senatorinnen vereidigt und nahmen zur Haushaltsdebatte auf der Senatsbank Platz. Schlotzhauer übernimmt die Nachfolge als Sozialsenatorin von Melanie Leonhard (SPD), die ins Wirtschaftsressort wechselte. Pein folgt Dorothee Stapelfeldt (SPD) als Stadtentwicklungssenatorin nach. Stapelfeldt und der bisherige Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) waren auf eigenen Wunsch aus dem Senat ausgeschieden.
Schlotzhauer war Staatsrätin
Schlotzhauer kann bereits auf Erfahrungen in der Sozialbehörde zurückblicken: Seit 2020 war sie dort als Staatsrätin für Gesundheit zuständig. Sie ist Verwaltungswirtin, Politologin und Sozialmanagerin. Nach der Wahl sagte die 51-Jährige zu NDR 90,3: "Bisher war ich viel für Organisation zuständig, jetzt stehe ich vorne. Ich weiß, dass eine sehr schöne Aufgabe auf mich wartet, auf die freue ich mich sehr."
Pein: "Ein großer Moment für mich"
Auch bei Pein setzte Tschentscher auf eine Expertin. Die Diplom-Stadtplanerin stand seit 2015 an der Spitze der städtischen Entwicklungsgesellschaft IBA Hamburg, die Großquartiere in Neugraben und Oberbillwerder entwickelt. Studiert hat Pein Stadtplanung und Immobilien-Wirtschaft. Die 49-Jährige ist verheiratet und hat einen Sohn. Zu ihrer Wahl sagte sie: "Damit bin ich sehr zufrieden. Das war ein großer Moment für mich und ich freue mich auf meine neue Aufgabe."
Leonhard wechselt ohne Vereidigung
Nach der Vereidigung Schlotzhauers und Peins übernahm Leonhard das Wirtschaftsressort. Da sie dem Senat bereits als Sozialsenatorin angehörte, war dafür weder eine Bestätigung durch die Bürgerschaft noch eine neue Vereidigung nötig.