Hamburg: Ein kurzer Elbtower rechnet sich nicht
Wie geht es weiter mit dem Elbtower in der Hamburger Hafencity? Eigentlich sollte er 245 Meter hoch werden, doch die Linke und viele Kritiker wünschen sich, das abgebrochene Hochhaus-Projekt bei den jetzt 100 Metern zu belassen. Laut Stadtentwicklungsbehörde ist eine verkürzte Variante allerdings völlig unwirtschaftlich.
Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) hält es für so gut wie ausgeschlossen, dass der Elbtower seine jetzige geringe Höhe behält. Die zu vermietende Nutzfläche würde sonst deutlich unter 70 Prozent sinken. Gerade die noch fehlenden oberen Etagen brächten für den Privatinvestor entscheidende Mieteinnahmen, so Pein. An der Spitze könne man viel höhere Quadratmeter-Mieten nehmen, die bei den hohen Baukosten nötig seien.
Teure Investitionen würden beim "kurzen Olaf" überflüssig
Zudem seien die riesigen Technikflächen im Keller für den 245-Meter-Bau ausgelegt - etwa die großen Räume für die Klimatisierung. Hinzu komme, dass viele teure Fahrstuhlschächte eingebaut wurden, die bei 100 Metern Höhe überflüssig würden. Außerdem müsste der Architekt zustimmen, dass sein kühner hoher Entwurf zum "kurzen Olaf" schrumpft, wie der Stummel scherzhaft nach dem damaligen Bürgermeister und Befürworter Olaf Scholz genannt wird.
Und es müsste ein neuer Bebauungsplan her, was Jahre dauern könne. Fazit der Behörde: Kein Investor wird sich je für eine dauerhafte Höhe von nur 100 Metern finden lassen. Immerhin ergab eine Analyse von Bauexperten, dass der Elbtower als kurze Version nicht Gefahr laufe, wegen seines geringeren Gewichts instabil auf dem Boden zu stehen.
Stillstand beim Elbtower seit Oktober 2023
Der Bau des Gebäudes ruht seit Ende Oktober 2023. Gegenwärtig verhandelt der vorläufige Insolvenzverwalter alleinig mit einem Konsortium rund um den Immobilienunternehmer Dieter Becken über einen Verkauf. Als einer der möglichen Hauptmieter ist ein Naturkundemuseum der Leibniz-Gemeinschaft im Gespräch.