Acht weitere rund 100-jährige Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind für das NDR Projekt "Ein Jahrhundertleben" tief in ihre Erinnerungen eingetaucht und haben ihre Fotoalben für uns geöffnet. Der Blick auf ihre Lebensgeschichten ist zugleich eine Zeitreise durch die deutsche Geschichte - und hat auch die Teams des NDR bewegt und erstaunt. Ebenso wie die enorme Kraft und Zuversicht, mit der die acht "Jahrhundertleben" ihren Alltag noch immer meistern und die Kamera daran teilhaben lassen. Bilder und Eindrücke aus der Produktion.
Stand: 08.02.2023 | 09:40 Uhr | Ein Jahrhundertleben
1 | 33 Gerda Gidl empfängt das NDR Team um Reporterin Heike Schieder für die "Jahrhundertleben"-Drehs zunächst in ihrem Kieler Wohnzimmer.
© NDR, Foto: André Bacher
2 | 33 Dreieinhalb Stunden Interview am Stück - Gerda Gidl hätte durchaus noch länger gekonnt. Geboren am 14. Mai 2023 im dänischen Alsen, hat sie noch längst nicht das Gefühl, auf die 100 zuzugehen - und das NDR Team gleich zu ihrem 100. Geburtstag eingeladen.
© NDR, Foto: André Bacher
3 | 33 Fit und unternehmungslustig besucht sie immer noch gerne die Handballspiele des THW Kiel.
© NDR, Foto: André Bacher
4 | 33 Zum dem Saisonauftakt gegen den HSV lässt sie auch das Team des NDR an ihrer Vorfreude teilhaben - und zeigt sich besorgt, ob der Job mit der großen Kamera und der schweren Tonangel nicht zu anstrengend sei.
© NDR, Foto: André Bacher
5 | 33 Dem THW Kiel gehört das Herz von Gerda Gidl - hier begleitet von ihrem Sohn Stephan. Seit 1930 ist sie selbst im Verein und dort derzeit das älteste aktive Mitglied.
© NDR, Foto: André Bacher
6 | 33 Der NDR darf Gerda Gidl auch zu Familientreffen begleiten und beim Stöbern in Erinnerungen dabei sein. Ihr Enkel Jonas etwa kann noch Süterlin lesen.
© NDR, Foto: André Bacher
7 | 33 Nach ihrer Pensionierung hat sich Gerda Gidl lange um den Haushalt ihres Sohnes und seiner Frau sowie um die beiden Enkelkinder gekümmert. Noch immer erinnern sich alle an Gidls unkonventionelle Art des Kochens: "Null Bio, viel Butter und bloß kein exotisches Gemüse." Mittlerweile gehören noch drei Urenkel zur Familie.
© NDR, Foto: André Bacher
8 | 33 Walter Benthin, geboren am 28. Januar 1923, hat von seinem Wohnzimmerfenster aus einen Blick direkt auf den Ratzeburger See.
© NDR, Foto: André Bacher
9 | 33 Zusammen mit der ebenfalls 99 Jahre alten Agathe Wöhler pendelt er zwischen der Wohnung in Ratzeburg und dem Haus mit Garten in Zarrentin. Vieles in seinem Leben sei er pragmatisch angegangen - auch die Beziehung zu seiner derzeitigen Lebensgefährtin.
© NDR, Foto: André Bacher
10 | 33 Im Zarrentiner Garten haben die beiden ihren Lieblingsplatz gefunden - und laden das NDR Team nach dem Dreh noch zu Kaffee und Kuchen ein. Obwohl sein Leben nicht immer schön gewesen sei, betrachtet Walter Benthin das Glück trotzdem als Roten Faden in seinem Leben.
© NDR, Foto: André Bacher
11 | 33 Mittlerweile hat Walter Benthin von seinen vier Kindern 13 Enkel und 17 Urenkel. Damit das Distanz-Halten nicht so schwer fällt, hat sich die Familie für ihn zu Beginn der Corona-Pandemie auf einem großen Plaid verewigt.
© NDR, Foto: André Bacher
12 | 33 Ingrid Haerder, geboren am 30. Juni 1925 in Hamburg, hat den NDR in einer Seniorenresidenz an der Elbe empfangen. Für den Dreh hat sie ihre gute Garderobe herausgeholt, schließlich war sie ihr Leben lang gerne gut gekleidet. Mit ihrem Mann war sie sechs Jahre zuvor gemeinsam in die Hamburger Residenz eingezogen.
© NDR, Foto: André Bacher
13 | 33 Geplant war das nicht: 2016 brachte Ingrid Haerder ihren Mann mit dem Krankenwagen in eine Klinik und wurde dort von einer Automatiktür gerammt - sodass sie ebenfalls gleich dort blieb. Aus dem Krankenhaus zogen beide direkt in die Seniorenresidenz, ohne noch einmal nach Hause zu gehen.
© NDR, Foto: André Bacher
14 | 33 Als ihr Mann wenige Jahre später starb, nahm sie das so sehr mit, dass sie innerhalb der Einrichtung in eine andere Wohnung zog - sie konnte die Erinnerungen nicht ertragen. Die Fotos, in denen sie für das "Jahrhundertleben"-Projekt gestöbert hat, hatte sie jahrelang nicht mehr angeschaut. Am 16. Januar 2023 ist sie selbst im Alter von 97 Jahren in Wedel gestorben.
© NDR, Foto: André Bacher
15 | 33 Eckhardt Erbguth, geboren 1923 im mecklenburgischen Züsow, hat die Erinnerungen an sein langes Leben in dem Buch "Erinnerungen an 90 Jahre des 20. und 21. Jahrhunderts" (erschienen 2015) verewigt. Seine Devise: "Man muss immer in Bewegung bleiben, körperlich und geistig."
© NDR, Foto: Kathrin Klein
16 | 33 Im März wird der Mecklenburger 100 Jahre alt. Immer noch arbeitet er als Bildhauer. Mehr als 220 Kunstwerke hat der pensionierte Zolloberamtsrat bereits erschaffen. "So bleibt etwas von mir", sagt er. Das NDR Team vor Ort ist von seinem Schaffensdrang und seiner Fertigkeit beeindruckt, denn wegen einer Kriegsverletzung ist Eckhardt Erbguths linker Arm fast vollständig gelähmt.
© NDR, Foto: Kathrin Klein
17 | 33 Seit 15 Jahren lässt sich Rainer Janenz von Eckhardt Erbguth in Bildhauerei unterrichten. "50 Jahre Erfahrung als Künstler und fast 100 Jahre Leben - wer hat das schon", sagt er voller Ehrfurcht. Für den Dreh mit dem NDR hat er seine kostbare Unterrichtsstunde gerne unterbrochen.
© NDR, Foto: Kathrin Klein
18 | 33 Für die NDR Dokumentation "Ein Jahrhundertleben" führt Eckhardt Erbguth auch an den Ort, an dem er aufgewachsen ist: an das Forsthaus Turloff in Mecklenburg. Hier erinnert sich der 99-jährige vor allem an seine unbeschwerte Kindheit als Förster-Sohn.
© NDR, Foto: Kathrin Klein
19 | 33 Elfriede Berkhahn, geboren am 6. August 1924 im oberschlesischen Bad Carlsruhe, lebt seit einigen Monaten in einer Seniorenunterkunft in Ramlingen bei Hannover. Der Umzug aus dem eigenen Heim sei ihr schwergefallen - doch dank der Mitbewohnerinnen und des Pflegepersonals fühle sie sich nun sehr heimisch. Da sie nun die älteste Einwohnerin von Ramlingen ist, kennt sie fast alle anderen Bewohner*innen schon seit Jahrzehnten. Auch das NDR Team wurde hier von allen sehr herzlich aufgenommen.
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20 | 33 Elfriede Berkhahn ist noch immer sehr interessiert am aktuellen Tagesgeschehen. Sie liest jeden Tag die Zeitung. Da ihre Augen nicht mehr so gut sind, ...
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21 | 33 ... haben ihre Kinder ihr ein spezielles Lesegerät geschenkt.
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22 | 33 Bei den Dreharbeiten für die Dokumentation "Ein Jahrhundertleben" durfte das NDR Team Elfriede Berkhahn auf den Ramlinger Friedhof begleiten. Hierher kommt sie regelmäßig, besucht die Gräber ihres Ehemanns Horst und ihres jüngsten Sohns Martin. So oft es geht wird sie dabei von ihren Kindern und Enkelkindern begleitet – so wie hier von Sohn Volker (links) und Enkel Jonas (rechts).
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23 | 33 Hans Helmut Killinger, geboren am 7. Juli 1926 in Rostock, führt das NDR Team an den Ort seiner Kindheit: eine beeindruckende Jugendstil-Villa in Papendorf. Als Unternehmer-Sohn ist er dort aufgewachsen. Heute betreibt sein jüngster Sohn das restaurierte Haus, in dem verschiedene Kulturveranstaltungen wie Konzerte und Lesungen stattfinden.
© NDR, Foto: Michael Donnerhak
24 | 33 Mit Enkel Lorenz verbindet Hans Helmut Killinger die Liebe zur Geschichte. Stundenlang können sie durch alte Fotoalben blättern. Für Lorenz steht sein Großvater vor allem für das Wirtschaftswunder. "Er hatte im Krieg alles verloren, hat in Hamburg wieder bei Null angefangen und ein tolles Unternehmen in der Hafenwirtschaft aufgebaut."
© NDR, Foto: Kathrin Klein
25 | 33 "Soll ich Dich rausschmeißen?", fragt Killingers Frau Marietta schelmisch lachend. "Das traust du dich nicht", pariert er. Doch, tut sie! Beim "Mensch ärgere Dich nicht"-Spiel kennt sie keine Gnade. In 64 Jahren Ehe sind die beiden gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen und sie hat ihm immer den Rücken freigehalten.
© NDR, Foto: Kathrin Klein
26 | 33 Im Hamburger und Germania Ruder Club schwärmt Hans Helmut Killinger von seinen vielen Wanderfahrten mit den Sportfreunden. An seinen Leistungen als passionierter Ruderer werden seine Kinder und Enkel noch heute gemessen.
© NDR, Foto: Kathrin Klein
27 | 33 Gerda Borck beeindruckt das NDR Team durch ihre Selbstbestimmtheit.
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28 | 33 Sie entscheidet, was sie einkauft, was sie liest und mit wem sie sich trifft.
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29 | 33 Und Besuch hat sie viel bei sich zu Hause.
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30 | 33 Zwar hat sie nie eine eigene Familie gegründet, pflegt aber außergewöhnlich viele Kontakte. Sie komme aus einer "Tantenfamilie", das heißt: Viele ihrer Verwandten haben keine Kinder, aber dennoch eine große Familie, die eng miteinander verbunden ist.
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31 | 33 Wilhelm Schniedering hat das NDR Team in seinem Haus bei Melle empfangen. Wenige Monate nach dem Dreh ist er - eine Woche nach seinem 100. Geburtstag - am 16. Dezember 2022 gestorben.
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32 | 33 Doch bis dahin war er trotz seines hohen Alters noch sehr unternehmungslustig. Häufige Spaziergänge und regelmäßige Veranstaltungen und Kaffee-Kränzchen seiner Kirchengemeinde in Melle-Buer hielten den 100-Jährigen aktiv.
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33 | 33 Gelassen, sympathisch, norddeutsch: Wilhelm Schniedering erzählte dem NDR gern aus seinem Leben. Und nahm das Team danach noch mit auf einen Spaziergang durch die Apfelplantage hinter seinem Haus.
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