Ein Jahr "SMILE24": Wie das ÖPNV-Projekt in der Region ankommt
Das ÖPNV-Modellprojekt "SMILE24" in der Schleiregion läuft im April seit einem Jahr. Bei den Nutzern kommt es gut an, bald startet auch der neue Fahrradbus. Ende des Jahres läuft allerdings die Förderung aus.
Busse, Car-Sharing-Wagen, und Leihräder mit pinkem Smiley-Aufdrucken gehören seit einem Jahr in der Schleiregion fest zum Bild auf den Straßen. Sie gehören zum Modellprojekt "SMILE24", das die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg sowie der Verkehrsverbund NAH.SH ins Leben gerufen haben. Das Projekt soll die Menschen im ländlichen Raum ohne eigenes Auto mobil machen - auch zu Randzeiten an denen keine Busse fahren.
Schleswig-Holstein als bundesweiter Vorreiter
Im April 2024 ging das Modellprojekt an den Start. On-Demand-Shuttlebusse bringen die Menschen rund um die Uhr an ihr Ziel. Wer das Deutschlandticket besitzt, fährt gratis mit. An mehr als 50 Stationen stehen Leihfahrräder zur Verfügung und an 14 Standorten gibt es elektrische Leihwagen. Gebucht werden die verschiedenen Fortbewegungsmittel über Apps.
Verkehrsstaatssekretär Tobias von der Heide (CDU) lobt die Vorreiterrolle, die Schleswig-Holstein mit dem Projekt einnimmt: „SMILE24 trifft einen Nerv das zeigen die Auszeichnungen und das große Interesse am Projekt aus dem Bundesgebiet und darüber hinaus."
Das erste Jahr "SMILE24" in Zahlen
Pro Woche wird der Shuttlebus-Service laut NAH.SH für rund 5.000 Fahrten genutzt. Und auch der Anteil der Touristen, die den ÖPNV nutzen, hat sich im Jahr 2024 im Vergleich zu den Vorjahren auf rund 9% nahezu verdoppelt. Insgesamt nutzen in der Region 50 Prozent mehr Menschen den ÖPNV, als noch vor dem Projektstart. Die Anzahl an Unternehmen in der Schleiregion, die das Deutschlandticket ihren Angestellten anbieten, hat sich seit April 2024 versiebenfacht.
"SMILE24" ist bereits mit dem Deutschen Tourismuspreis 2024 und dem Mobilitätspreis 2024 ausgezeichnet worden. Trotzdem gebe es auch noch die eine oder andere Schraube, an der gedreht werden müsse, so der Geschäftsführer von NAH.SH Arne Beck. Dazu gehörten unter anderem die Arbeit mit den Buchungsapps und die Kommunikationswege für die Fahrgäste. Außerdem schaut der Verkehrsverbund darauf, welche Angebote besonders gut ankommen und vielleicht noch ausgeweitet werden müssen.
Projekt soll auch nach 2025 weitergehen
Am 12. April kommt noch ein weiteres Fahrzeug in die "SMILE24"-Flotte. Ein Fahrradbus der DB Autokraft fährt dann an den Wochenenden mehrmals täglich zwischen Eckernförde, Damp und Kappeln. Bis zu zwölf Fahrräder können Fahrgäste dann mitnehmen.
Die aktuelle Förderung für "SMILE24" läuft noch bis Ende 2025. Knapp 30 Millionen Euro kommen vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Das Land Schleswig Holstein fördert das Projekt mit weiteren sieben Millionen Euro. Die Kreise, das Land, der Bund und NAH.SH arbeiten derzeit an einer Lösung, wie die einzelnen Projekt-Bestandteile auch nach dem Ende des Förderzeitraums weitergeführt werden können. Laut Tobias von der Heide sind genügend finanzielle Mittel übrig, um das Projekt noch einige Monate fortzusetzen. Dem müsste der Bund aber zunächst zustimmen.
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