Wer ist hier müde? HSV Hamburg enttäuscht gegen VfL Gummerbach
Die Handballer des HSV Hamburg haben am Donnerstagabend eine enttäuschende Leistung gezeigt. Beim 30:37 (14:18) gegen den VfL Gummersbach wirkten sie müde. Dabei war es für den VfL das dritte Spiel innerhalb von fünf Tagen.
Das Team von Trainer Torsten Jansen hatte eine Woche Zeit, um sich auf das Duell mit dem Vorjahres-Sechsten vorzubereiten. Und trotzdem waren die Gummersbacher das deutlich frischere Team. Als das Spiel zu Ende ging, war es fast totenstill in der Hamburger Arena. Die 3.655 Zuschauer hatten deutlich mehr erwartet. Die erste Heimniederlage der Hamburger seit sieben Spielen - am 11. Oktober hatte der HSVH klar gegen den THW Kiel verloren - war mehr als verdient.
Die Hanseaten haben jetzt bis zum 9. März frei, dann steht das Nordduell bei der so starken TSV Hannover-Burgdorf an. Für Gummersbach geht es am kommenden Dienstag mit dem so wichtigen Auswärtsspiel bei der SG Flensburg-Handewitt in der European League weiter.
Gummersbach überrascht den HSVH mit schnellem Spiel
Bis zum 6:5 (12.) von Andreas Magaard war für die Hamburger gegen den VfL noch alles in Ordnung gewesen. Dann jedoch setzte sich der European-League-Club ab: Die Gummersbacher, die mit einer beeindruckenden Wurfquote überzeugten, legten einen 4:0-Lauf hin und führten nach 14 Minuten mit 9:6.
"Die haben vor zwei Tagen gespielt. Ich weiß nicht, was da los ist. Wir müssen uns schneller zurückorientieren. Wir müssen die Beine in die Hand nehmen." HSVH-Trainer Torsten Jansen in der Auszeit
Wer gedacht hatte, der eng getaktete Spielplan würde die Kräfte des zwölfmaligen deutschen Meisters beeinflussen, sah sich getäuscht. Nachdem Hamburgs Moritz Sauter auf 8:9 verkürzt hatte (16.), zog Gummersbach wieder an. Nur sechs Minuten später baute der Ex-Hamburger Kentin Mahé die Gäste-Führung bereits auf fünf Treffer aus (14:9).
Jansen regte sich in der Auszeit über die Defensivarbeit seines Teams auf. Es sah aus, als wären es die Hamburger, die schwere Beine hätten, während die Gäste immer wieder mit Tempo zu Toren kamen. VfL-Keeper Dominik Kuzmanović zeigte zudem einmal mehr in dieser Saison seine herausragende Klasse.
Andersen und El-Tayar lassen Hamburg nur kurz hoffen
Zu Beginn der zweiten Hälfte machten es die Hausherren deutlich besser. Angeführt von Frederik Bo Andersen in der Offensive kamen die Hamburger Stück für Stück heran. Seinen Anteil hatte auch Keeper Mohamed El-Tayar, der sich selbst zu Höchstleistungen pushte. Besonders die Doppelparade gegen Nationalspieler Julian Köster (14./22:24) riss die Zuschauer von ihren Plätzen.
Die Hamburger mühten sich allerdings vergeblich, den Anschluss herzustellen. Mehrfach vergaben sie die Chance, bis auf einen Treffer heranzukommen. Und statt so auch die Fans in der Schlussphase mitzunehmen und zum Faktor zu machen, lief den Gastgebern langsam die Zeit davon. Gummersbach fand stattdessen zu seiner starken Defensive und den Tempogegenstößen zurück. Das 31:26 (55.) von Tilen Kodrin war bereits die Vorentscheidung. Spannung kam nicht mehr auf, ganz im Gegenteil.
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