Aluminium hilft Autoclub: VfL-Frauen besiegen Lilleström
Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Lilleström SK Kvinner mit 2:0 (1:0) gewonnen. Alexandra Popp traf doppelt. Die Entstehung des ersten Tores war äußerst kurios.
Es waren am Mittwochabend im Stadion im Allerpark noch nicht einmal zwei Minuten absolviert, da schlug Svenja Huth unter Bedrägnis eine Flanke in den Strafraum der Norwegerinnen. Der Ball landete auf der Latte, tropfte dreimal aufs Alumium und fiel dann der am langen Pfosten wartenden Alexandra Popp vor die Füße. Die VfL-Kapitänin hatte keine Mühe, aus kurzer Distanz das 1:0 zu erzielen. Die Niedersächsinnen strahlten um die Wette. Und ihre Freude gründete nicht ausschließlich auf der frühen Führung, sondern auch auf dem verrückten Zustandekommen des Treffers.
Keeperin Kiedrzynek in Bestform
Not amused über die Allianz zwischen Aluminium und Autoclub waren die Gäste. Das Team von Coach Knut Slatleim antwortete mit sehr hohem Pressing und einigen ansprechenden Spielzügen auf den Rückstand. Gut für die "Wölfinnen", dass ihre Torfrau Katarzyna Kiedrzynek trotz Gesichtsmaske den Durchblick behielt. Die Polin, die sich in einem Länderspiel gegen Spanien die Nase gebrochen hatte, verhinderte mehrmals einen Gegentreffer. Ihre spektakulärste Parade zeigte die 29-Jährige kurz vor der Pause, als sie einen harten Schuss von Nora Eide Lie abwehrte (42.).
Rolfö verpasst zweimal das 2:0
Auf der Gegenseite verpasste Fridolina Rolfö zweimal das 2:0. Zunächst scheiterte die Schwedin an Keeperin Ida Norström (18.), dann verhinderte der Innenpfosten einen Treffer (25.). Vorbei war sie also, die schöne Wolfsburger Liaison mit dem Aluminium. Die Equipe von Coach Stephan Lerch konnte sich auf dessen Hilfe nicht mehr verlassen.
Popp steht zum zweiten Mal richtig
Doch die unterlassene Hilfeleistung des Pfostens sollte sich nicht als großes Problem für den Tabellenzweiten der Bundesliga darstellen. Denn er hatte ja noch Popp. Die 29-Jährige zeichnete auch für den zweiten Treffer verantwortlich. Nach einer Flanke von Felicitas Rauch, die Torwärtin Norström nicht richtig zu fassen bekam, musste die Stürmerin erneut nur abstauben. Im Anschluss versäumte es der VfL, gegen physisch nachlassende Norwegerinnen die Führung auszubauen. "Es ist nichts angebrannt. Wir haben mit 2:0 gewonnen und eine gute Ausgangsposition. Das zählt", sagte Popp dem NDR.
Pajor feiert Comeback
Einen Gänsehaut-Moment gab es trotz vieler vergebenen Chancen aber doch noch: Torjägerin Ewa Pajor feierte nach langer Verletzungspause in der Schlussphase ihr Comeback. Sie wurde in der 85. Minute eingewechselt. Die Polin stand erstmals seit dem Champions-League-Finale Ende August des vergangenen Jahres gegen Olympique Lyon wieder in einem Spiel auf dem Platz. Möglicherweise darf die 24-Jährige am kommenden Mittwoch (14 Uhr), wenn das Rückspiel gegen Lilleström auf dem Programm steht, ja ein bisschen länger als an diesem Abend mitwirken. Die Partie findet aufgrund der Reise-Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie nicht beim siebenmaligen Meister in Norwegen, sondern im ungarischen Györ statt.