Teutonia Ottensen zieht sich im Sommer aus der Regionalliga Nord zurück
Was bereits spekuliert wurde, ist nun Gewissheit: Der FC Teutonia 05 Ottensen zieht sich nach dieser Saison aus der Fußball-Regionalliga Nord zurück. Zwei zentrale Faktoren seien dafür ausschlaggebend gewesen, teilte der Verein mit.
Zum einen fehle es an einem drittligatauglichen Stadion in der Hansestadt. Und in den kommenden Jahren werde in Hamburg auch keines zur Verfügung stehen, das den Anforderungen für die Dritte Liga gerecht wird, hieß es in der Mitteilung des Vereins. Zudem gebe es eine unsichere wirtschaftliche Situation. Die Finanzierung einer Mannschaft durch die Sponsoren in der Regionalliga ohne eine Perspektive für die Dritte Liga sei nicht sichergestellt.
Teutonia mit Drei-Punkte-Plan für die Zukunft
"Der FC Teutonia 05 wird auch künftig ein in Ottensen verwurzelter Breitensportverein sein, aber auch ein Club, in dem weiterhin Platz für Spitzenfußball ist", erklärte der Vorsitzende Siegmar Kuntze. Für die kommenden Jahre formulierte er klare Ziele. Es müsse eine Neuaufstellung im Seniorenbereich geben, einhergehend mit einer engeren Verzahnung von Jugend- und Seniorensport und Förderung der Jugendleistungsteams.
Zudem sei wichtig, dass die Infrastruktur einschließlich der Installation einer Flutlichtanlage und der Renovierung des Kunstrasenplatzes und des Vereinsheims modernisiert werde. Auch das Vereinsleben soll weiter gestärkt sowie Prozesse durch Digitalisierung und Professionalisierung optimiert werden.
Erfolge im Pokal, aber auch häufige Trainerwechsel
Der FC Teutonia hat in den vergangenen Jahren einige Erfolge erzielt. Dreimal gewannen die Ottensener den Lotto-Pokal, der zu Teilnahmen am DFB-Pokal führte. Gegner waren dort RB Leipzig (0:8), Bayer Leverkusen (0:8) und Darmstadt 98 (1:3). "Diese Erfolge bleiben ein wertvoller Bestandteil unserer Vereinschronik", betont der Verein.
Allerdings sorgte der Club auch mit zahlreichen Trainerwechseln für Schlagzeilen. Ende Januar war für Nabil Toumi Schluss. In den fünf Jahren der Zugehörigkeit zur Regionalliga Nord brachte es kein Coach auf eine vollständige Saison.
Neue Hoffnung für Teams im Kampf um den Klassenerhalt
Da sich der FC Teutonia nicht sofort aus dem Spielbetrieb zurückzieht, wird das Team in der Tabelle weiterhin anhand seiner Ergebnisse platziert. "Wenn sich Teutonia nicht bis zum 31. März für die kommende Regionalliga-Saison bewirbt, wonach es derzeit aussieht, würde das Team am Ende der Saison als einer von drei Absteigern die Liga verlassen", sagte Jana Miglitsch, Leiterin Kommunikation & Spielbetrieb beim Norddeutschen Fußball-Verband (NFV), auf NDR Anfrage. Davon würde aktuell der Drittletzte Bremer SV profitieren.
Wer auch immer am Ende Drittletzter der Regionalliga Nord sein wird, der Klassenerhalt ist dadurch aber trotzdem keine Gewissheit. Sollte nämlich der aktuell Vorletzte Hannover 96 II aus der Dritten Liga wieder absteigen, würde sich die Zahl der Absteiger aus der Regionalliga Nord auf vier erhöhen. Setzt sich der Nord-Meister in den Play-offs um den Drittliga-Aufstieg gegen den Ersten der Regionalliga Nordost durch, wären es dann nur noch drei Absteiger. Steigen allerdings sowohl Hannover 96 II als auch der VfL Osnabrück ab, könnten es bis zu fünf Absteiger aus der Regionalliga werden.
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