Noer: Suche nach vermisster Frau vorerst eingestellt
Seit einer Woche wird eine 43-jährige Frau aus Noer bei Eckernförde vermisst. Die Polizei schließt eine Straftat nicht aus. Die Suche nach der Vermissten ist nach Polizeiangaben vorerst eingestellt worden.
In Noer im Kreis Rendsburg-Eckernförde wurde am Mittwoch eine 43 Jahre alte Frau von ihrem Ehemann als vermisst gemeldet. Sie ist seit dem vergangenen Wochenende verschwunden - alle Suchaktionen blieben bisher erfolglos. Die Polizei hat nach eigenen Angaben die Suche vorerst eingestellt. Alle wichtigen Punkte seien abgesucht worden. Die Spurensuche im Haus gehe allerdings weiter.
"Unsere Ermittler des Kommissariats 1 der Bezirkskriminalinspektion in Kiel sind weiterhin am Tüfteln und Ermitteln und gehen Hinweisen nach und vernehmen Zeugen. Aktuell ist aber eine so großangelegte Suche nicht nochmal vorgesehen." Stephanie Lage, Polizei Kiel
Polizei und Staatsanwaltschaft Kiel gehen derzeit von einem Verbrechen aus und schließen nicht aus, dass der Ehemann der Frau etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hat.
Große Suchaktion am Freitag
Am Freitagmittag war die Suche nach der 43-Jährigen ausgeweitet worden - ein großer Suchtrupp war im Bereich Gammelby, Kochendorf und dem Windebyer Noor im Einsatz, sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler. Laut Polizei beteiligten sich rund 100 Einsatzkräfte an der Suche - neben Polizei auch Helfer des THW, der Feuerwehr und Einsatztaucher des ASB. Auch das Handy der Vermissten wurde gesucht.
Gegen 18 Uhr am Freitag wurde die Suche vorerst unterbrochen - Grund sei die einsetzende Dunkelheit gewesen, so Katharina Philipsen von der Polizeidirektion Kiel. "Die Suche ist aber noch nicht abgeschlossen, sondern wir von der Mordkommission Kiel werden das gesamte Wochenende die Suche mit unterstützenden Kräften fortsetzen."
Vermisste aus Noer: Ehemann festgenommen und wieder freigelassen
Am Donnerstag war der 49 Jahre alte Ehemann der Vermissten festgenommen, am Abend aber wieder freigelassen worden. Der Richter habe den Antrag auf U-Haft abgelehnt. Dieser sehe derzeit keinen dringenden Tatverdacht, der die Voraussetzung für einen Untersuchungshaftbefehl ist, erklärt Oberstaatsanwalt Bimler: "Ein wichtiger Punkt ist mit Sicherheit, dass wir eine Leiche der Vermissten nicht gefunden haben."
Spielt schwarzer Transporter entscheidende Rolle?
Der Ehemann soll einen schwarzen Transporter fahren, der eine zentrale Rolle in dem Fall spielen könnte. Laut Oberstaatsanwalt Bimler könnte darin die Frau beziehungsweise ihre Leiche transportiert worden sein. Am Sonnabend bestätigte Polizeisprecherin Stephanie Lage, dass den Ermittlern der Transporter bekannt sei, man aber Zeugen suchen würde, die den Wagen am vergangenen Wochenende gesehen haben.
Kriminaltechniker durchsuchen Haus in Noer - Spürhunde im Einsatz
Um mögliche Spuren zu sichern, waren bereits am Donnerstag und Freitag Kriminaltechniker in dem Wohnhaus der 43-Jährigen. Die Ermittler haben nach Angaben einer Polizeisprecherin zudem die Umgebung des Hauses abgesucht, Spürhunde waren im Einsatz. Das letzte Lebenszeichen von ihr sei eine Woche her.
Polizei sucht Zeugen - Staatsanwaltschaft Kiel lobt Belohnung aus

Die Vermisste ist etwa 1,65 Meter groß, hat braune Haare und spricht Deutsch mit leicht russischem Akzent. Als sie das letzte Mal gesehen wurde, trug sie einen roten Mantel und eine schwarze Tasche. Wer Hinweise zum Aufenthalt der Frau hat oder zwischen Freitag und Sonnabend (22.3.) einen dunklen Transporter im Bereich Noer gesehen hat, soll sich bei der Polizei melden.
Weitere Informationen gibt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen zurzeit nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft Kiel bietet eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls beitragen und zur Verurteilung eines Täters führen.
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