Erst Hackerin, dann Polizistin: True Crime Hackathon macht's möglich
Mina Zarkesh ist zum zweiten Mal beim True Crime Hackathon der Polizei Niedersachsen dabei. Allerdings hat die 31-jährige Programmiererin inzwischen "die Seiten gewechselt" - sie hat jetzt einen Job bei der Polizei.
"Nach dem Hackathon habe ich mir gesagt, ich werde bei der Polizei arbeiten und habe mich sofort auf eine freie Stelle beworben", erzählt die Hildesheimerin, die in Emden Medientechnik studiert hat. Die Nachwuchsgewinnung - auch das ist eines der Ziele des Hackathon-Formats der Polizei Niedersachsen. Das Interesse ist riesig und ohne Skills wie Teamfähigkeit und Belastbarkeit geht hier nichts.
Hackathon: Aufklärung von Cold Cases aus Niedersachsen
"Ich glaube, ich habe nur zwei bis drei Stunden geschlafen. Man steht komplett unter Strom, möchte mit dem Team vorankommen und Lösungen finden - das ist das coole an einem Hackathon." Mina Zarkesh ist Ansprechpartnerin für die 58 Teilnehmer vom True Crime Hackathon an diesem Wochenende. 13 Teams wollen neue Ansätze bei der Aufklärung von Cold Cases aus Niedersachsen oder Digitalisierungsideen für die Polizeiarbeit finden. Die besondere Stimmung kennt Mina aus vielen Hackathons, an denen sie teilgenommen hat. "Du wirst ganz schnell vertraut und eng miteinander. Es ist immer erstaunlich, wie viel man in ein paar Stunden schaffen kann. Das ist eine tolle Atmosphäre."
Innovationen und neue Sichtweisen auf Kriminalfälle
Zwei konkrete Aufgaben, um die sich die Teams beim True Crime Hackathon 2025 kümmern: die Auswertung von Smart-Home-Daten für die Polizeiarbeit und die Entwicklung einer Transkriptions-Software für eingegangene Notrufe. In ihrem neuen Job als Softwareentwicklerin im Innovation Hub der Polizei Niedersachsen arbeitet Mina Zarkesh zurzeit an einem speziellen Messenger, über den alle Sicherheitsbehörden kommunizieren, aber auch spezielle Features, wie die Standorte von Einheiten und Karten nutzen können. "Gute Cracks müssen da sein - es ist nicht alles für die Öffentlichkeit gedacht." Mit 3-D-Brille und zwei Controllern zeigt Mina Zarkesh ein weiteres Projekt: 3-D-Modelle von Tatorten, die sie mithilfe von Laserscans und Fotos erstellt. "Damit lassen sich nicht nur Erinnerungen von Zeugen oder Einsatzkräften auffrischen. Die Tathergänge kann man so besser rekonstruieren. Wir testen vieles aus."
Digitalisierung und ungeklärte Verbrechen
Die 13 Teams beim Hackathon haben am Wochenende neue Ermittlungsansätze für ungeklärte Mordfällen gefunden und Digitalisierungslösungen vorgeschlagen, die den Polizeialltag revolutionieren könnten. "Das Interesse ist riesig und die Fähigkeiten, die die Teilnehmer mitbringen auch." Der frische Blick von außen und die verschiedenen "Superkräfte" der Tüftlerinnen und Tüftlern aus ganz Deutschland - dieser Input ist für die Behörde unbezahlbar.
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