Ungewöhnliche Freundschaft: Yak-Baby und Lamm sind unzertrennlich
Sie sind ganz vernarrt ineinander: Yak "Pepe" und Deichlamm "Edda". Auf dem Tierschutzhof Neumann in Dornbuschermoor (Landkreis Stade) haben sich die beiden angefreundet - und sind seither unzertrennlich.
"Pepe" ist aus Baden-Württemberg in den Norden nach Drochtersen gezogen. Er kam inkognito - und das kam so: Sein Besitzer hatte aus Altersgründen die kleine Yak-Herde abzugeben. Sein Wunsch war es, dass seine schwergewichtigen Lieblinge auch in Zukunft zusammenbleiben können. Der Tierschutzhof Neumann in Dornbuschermoor hat ein Herz für Tiere, die vielleicht nicht überall hinpassen oder die keiner (mehr) haben möchte. So zog die Yak-Herde von Süd nach Nord.
"Pepe" war ein Überraschungsgast
Yvonne Neumann vom Tierschutzhof sagt: "Mit 'Pepe' hat niemand gerechnet. Wir wussten überhaupt nicht, dass er unterwegs war. Eines Morgens läuft unser Mitarbeiter früh in der Kälte über die Weide und ruft aufgeregt: 'Da liegt ein Yak-Kalb!'" Neumann dachte, dass der Mitarbeiter sich verguckt hat und dass es sich um ein Lamm handelt. Doch dann stellte sie fest, dass der Mitarbeiter recht hatte.
Die Yak-Mutter wollte ihr Kind nicht
Der kleine "Pepe" lag frierend und nahe an einer Lungenentzündung auf der Weide. Seine Mutter hatte ihn nicht angenommen. Erstmal brachten die Neumanns den Yak in den Stall zu Lamm "Edda". Und die beiden verhielten sich auf Anhieb wie Geschwister: Sie spielen, kabbeln sich und schlafen abends eng aneinander gekuschelt ein. Aber wie geht man mit einem verstoßenen Yak um? Damit hatte auf dem Hof niemand Erfahrung. Klar war nur, dass "Pepe" mit der Flasche aufgezogen werden muss. "Die Milch von diesen Hochlandrindern ist sehr fettig", sagt Hofbesitzer Thorsten Neumann. "Erst haben wir Kuhmilch probiert und dann Stutenmilch. Die ist gehaltvoller."
"Pepe" wird mal ein Schwergewicht
Es war Ende November, als "Pepe" auf die Welt kam, mittlerweile erfreut er sich bester Gesundheit. Yvonne und Thorsten Neumann sind Ersatzeltern und Lamm "Edda" sein Geschwisterkind. Noch sind beide gleich groß. Später wird die drei Monate alte "Edda" um die 60 Kilogramm wiegen, so ein ausgewachsener Yak-Bulle bringt bis zu 350 Kilogramm auf die Waage. Wird "Pepe" seine "Schwester" "Edda" erdrücken? "Wir haben noch keine Ahnung, wie 'Pepe' dann mit uns und mit 'Edda' umgeht", so Thorsten Neumann. "Zu seiner Herde werden wir ihn nicht stecken. Die wird er wohl nicht als Verwandte anerkennen." Möglich sei, den Yak später mit zwei Hausrindern gemeinsam auf eine Weide zu stellen.