Rostock: Neuer Technikstandort soll besser vor Cyberangriffen schützen
Mit einem neuen Standort in Rostock sollen Stellwerke der Bahn in der Region bedient werden. Damit soll die kritische Infrastruktur vor Cyberangriffen geschützt werden.
Am Rostocker Hauptbahnhof startet die Bauphase für ein Großprojekt der Deutschen Bahn. Es entsteht ein sogenannter Technik- und Bedienstandort, von dem aus künftig die Fahrdienstleiter den Zugverkehr in der Region steuern werden. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein neues Stellwerk. Man könnte es eher als "Büro für die Stellwerke" bezeichnen. "Wir haben hier in der unteren Etage die Technik, wo alles zusammenläuft und in der oberen Etage Platz für acht Fahrdienstleiter, die den Knoten Rostock nicht mehr zentral aus Berlin, sondern dezentral hier in Rostock steuern", erklärt Maik Reckling. Er ist technischer Leiter für DB-Projekte in Warnemünde sowie für die Strecke Berlin-Rostock.
Schutz vor Cyberangriffen
Insgesamt sollen in Deutschland rund 100 Bedien- und etwa 50 Technikstandorte in den nächsten zehn Jahren entstehen. Die Deutsche Bahn bewegt sich damit weg von einer früheren Idee, die Steuerung der Stellwerke zu zentralisieren. Stattdessen setzt sie auf die Re-Regionaliserung des Bahnverkehrs. Diese Strategie biete mehr Schutz vor Cyberangriffen. Mit einer Vielzahl an Technik- und Bedienstandorten, sei es für Hacker schwieriger, das gesamte Netz lahmzulegen. Das betont Bernd Elsweiler, Leiter Entwicklung Digitale Leit- und Sicherungstechnik bei der DB Netz AG.
Zuverlässigere Züge für MV
Von einem Sprecher der Deutschen Bahn heißt es außerdem, der Bahnverkehr profitiere davon, wenn die Fahrdienstleiter in ihren Regionen bleiben. Es könne schneller auf Störungen oder Baustellen reagiert werden. Vom neuen Technik- und Bedienstandort in Rostock, der zum Sommer 2026 fertig gestellt sein soll, werden künftig die Stellwerke in Rostock, Bentwisch, Gelbensande, Ribnitz-Dammgarten West, Bützow, Schwaan, Pölchow sowie Teile der Strecke Bützow-Bad-Kleinen gesteuert.
Weitere Standorte in MV geplant
In Mecklenburg-Vorpommern sollen außerdem Bedienstandorte in Burg Stargard und in Schwerin entstehen. Die Fahrdienstleiter, die aktuell noch in den kleinen Stellwerken arbeiten, werden künftig dort nicht mehr gebraucht. Sie könnten, so Reckling, in die Technik- und Bedienstandorte wechseln. Zu den Kosten für das Projekt in Rostock wollte man keine Angaben machen. Ebenfalls unklar ist, wann mit dem Bau der weiteren Bedienstandorte in Mecklenburg-Vorpommern begonnen werden soll. Geplant ist, dass alle Regionen in Deutschland bis 2034 mit Technik- und Bedienstandorten sowie digitaler Stellwerkstechnik ausgestattet sind.
