17-Jährige soll Mann getötet haben: Revision gegen Urteil eingelegt
Eine Jugendliche soll im Sommer 2024 einen 59-jährigen Mann in Greifswald erst betäubt und dann getötet haben. Das Landgericht Stralsund verurteilte sie zu fünf Jahren Jugendhaft. Dagegen haben Verteidigung und Staatsanwaltschaft Rechtsmittel eingelegt.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 17-Jährige den 59-Jährigen mit einem zuvor präparierten Getränk betäubt und anschließend durch Schläge mit einem Frühstücksbrett auf den Kehlkopf getötet haben soll. Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, die 17-Jährige wegen heimtückischen Mordes zu einer achtjährigen Jugendstrafe zu verurteilen. Dass sie nur wegen Totschlag verurteilt wurde, begründete der vorsitzende Richter unter anderem mit dem Asperger-Autismus-Syndrom der mutmaßlichen Täterin.
Auch Staatsanwaltschaft hat Rechtsmittel eingelegt
Wie eine Gerichtssprecherin mitteilte, hat die Verteidigerin nach Übersendung der Urteilsbegründung einen Monat zur Begründung der Revision. Auch die Staatsanwaltschaft hat Rechtsmittel eingelegt. Sie hält am Tatvorwurf Mord fest. Nun muss der Bundesgerichtshof entscheiden, ob Rechtsfehler vorliegen.
Jugendliche hat gestanden und Reue gezeigt
Als Motiv für die Tat sah das Gericht, dass das spätere Opfer die Jugendliche längere Zeit bedrängt haben soll. So solle sich lange angestauter Groll entladen haben, als die Jugendliche das Opfer erschlug. Der 50 Jahre alte Wohnungsinhaber, der wegen unterlassener Hilfeleistung mitangeklagt war, war zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Auch in diesem Fall hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt.
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Landkreis Vorpommern-Greifswald
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