Hamburger Bauunternehmen August Prien feiert 150. Geburtstag
Eines der ältesten Hamburger Bauunternehmen feiert am Freitag 150. Geburtstag. August Prien baut derzeit das Johann-Kontor beim Chilehaus, auf der Fläche der abgerissenen Cityhöfe. Auch das Traditionsunternehmen muss nun durch die allgemeine Baukrise.
August Prien ist ein Urgestein Hamburgs. Prien baute schon die Alten Harburger Elbbrücken, das Rathaus Harburg und Zehntausende Wohnungen. Technisch ist Prien immer Pionier. Derzeit entwickelt die Forschungsabteilung einen Beton ohne jeden Zement. Wie das geht, bleibt geheim. Doch Geschäftsführer Jan Petersen schwört auf das Wissen seiner 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: "Der Mensch bei Prien, den stellen wir in den Vordergrund. Denn Bauen funktioniert nur, wenn auch die Menschen 'funktionieren'. Und das macht Prien so erfolgreich."
Volle Auftragsbücher - trotz Baukrise
Die 150 Jahre alte Firma kommt nach eigener Aussage sogar gut durch die Baukrise: "Wir haben das große Glück, dass wir sehr volle Auftragsbücher haben und wir bekommen sogar noch neue Aufträge im Wohnungsbau." Man sei bis 2025 ausgelastet, aber der Industrie gehe es nicht gut.
Erfolgsrezept ist die Gewinnverteilung
Ein Erfolgsrezept des Unternehmens liegt in einem alten Testament begründet. August Prien Junior, der das Bauunternehmen bis 1969 leitete, hatte in seinem Testament verfügt, dass es bei der Gewinnverteilung um die Stärkung des Unternehmens gehen muss und nicht um die Versorgung seiner Gesellschafter. Jan Petersen ist der Testamentsvollstrecker und betont: "Diese Weitsicht ist aus meiner Sicht die Basis für unseren heutigen Erfolg."
Gefeiert wurde das Unternehmensjubiläum im Johann-Kontor am Chilehaus. Der Rohbau besticht durch seine aufwendige Backsteinfassade.