Stand: 08.01.2011 | 11:30 Uhr | NDR Story
1 | 22 Ein Kerzenständer? Nein! Doch dass es sich um einen "Top-Fund" handelt, ist den zwei Hobbyarchäologen, die ihn auf dem Harzhorn entdeckt haben, klar. Aber was ist dieser rätselhafte Metallgegenstand wirklich?
© Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Foto: Winfried Schütte
2 | 22 Die Wissenschaftler Günter Moosbauer und Hennig Haßmann können dieses Rätsel lösen: Mit so einer Hipposandale, dem Vorläufer des Hufeisens, schützten die Römer die Hufe ihrer Maultiere und Pferde. Das Erstaunen der Archäologen ist groß: Wie kam dieser römische Gegenstand auf den Höhenzug in Niedersachsen?
© Looks Film
3 | 22 Der Fund sorgt für Aufsehen. Das Gebiet wird sicherheitshalber abgesperrt, um Raubgräber fernzuhalten.
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4 | 22 Professionelle Grabungstechniker suchen den Boden systematisch mit Metallsensoren ab.
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5 | 22 Sie werden erneut fündig. Der eiserne Beschlag einer Messerscheide gilt unter den Archäologen der Ausgrabung als kleine Sensation.
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6 | 22 Denn Muster römischer Messerscheiden waren Moden unterworfen. Die Gestaltung des Stücks vom Harzhorn weist auf die erste Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. hin.
© Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Foto: Christa Fuchs
7 | 22 Mit jedem Fund kommen die Forscher der Lösung des Rätsels "Römer am Harzhorn" näher. Diese silbernen Denare zeigen Kaiser Alexander Severus, der von 222 bis 235 n. Chr. regierte. Die Römer, die am Harzhorn waren, standen also unter dem Befehl dieses Kaisers oder seinem direkten Nachfolger Maximinus Thrax.
© picture-alliance/ dpa, Foto: Frank May
8 | 22 Die Suche der Grabungstechniker geht weiter.
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9 | 22 Und wird belohnt: Ein Beschlag aus Bronze, der unweit von Teilen eines römischen Wagens gefunden wurde.
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10 | 22 So etwas hat man bisher noch nie entdeckt: die Zügelführung eines Wagens. Hier das Unikat nach der Restaurierung.
© Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Foto: Christa Fuchs
11 | 22 Damit verdichten sich die Hinweise: Die Römer sind über das Harzhorn gezogen.
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12 | 22 Im Sommer 2009 wird die Suche nach Hinweisen ausgeweitet.
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13 | 22 Archäologiestudenten tragen den Boden mit Schaufeln und Pinseln systematisch ab.
© Freie Universität Berlin, Foto: Prof. Michael Meyer
14 | 22 Die Archäologen graben auch Waffen aus. Wie diese Lanzenspitze. Ist sie auch römisch?
© Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Foto: Christa Fuchs
15 | 22 Erst die Restaurierung bringt die Ornamente ans Licht. Die Lanze gehörte einem Germanen. Er könnte einem Angreifer, aber auch einem Hilfssoldaten des römischen Heeres gehört haben.
© Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Foto: Christa Fuchs
16 | 22 Die Grabungstechniker entdecken in einem Baumstamm ein hohles Stück Metall, dessen Spitze verbogen ist.
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17 | 22 Es entpuppt sich als Spitze eines schweren Bolzens, wie er von römischen Katapultgeschützen abgefeuert wurde.
© Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Foto: Christa Fuchs
18 | 22 Römische Katapultgeschosse. Belege dafür, dass auf dem Höhenzug eine Schlacht stattgefunden hat.
© Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Foto: Christa Fuchs
19 | 22 Ganz unscheinbar, aber Hauptbeweisstücke! Die vielen am Harzhorn gefundenen Schuhnägel bestätigen die These, dass römische Legionäre am Harzhorn gekämpft haben.
© Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Foto: Christa Fuchs
20 | 22 Für besseren Halt im Gelände wurden die Schuhsohlen der Legionäre mit über 100 solcher Nägel versehen. Sowohl beim Marschieren, als auch beim Kampf gingen die Stollen leicht verloren.
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21 | 22 Sie makieren den Weg und die Marschrichtung der Römer.
© dpa-Bildfunk, Foto: Dominique Leppin
22 | 22 Die hohe Anzahl der Katapultbolzen auf einem Raum ist ein Indiz für den Ort der Schlacht. Auch die Spur der Schuhnägel führt sehr nah zu den mutmaßlichen germanischen Stellungen vor - ein Zeichen dafür, dass die Römer siegten. Die Computergrafik zeigt den Blick Richtung Süden.
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