Albert ist zurück in den Hofgeschichten - und das im Ersten
Seine Fans haben ihn vermisst. Wer ihn noch nicht kennt, wird ihn und seinen Hof lieben lernen: Ab dem 24. Juli geben der ostfriesische Landwirt Albert Smidt und seine Familie wieder Einblick ins tägliche Landleben - in den "Hofgeschichten - Ackern zwischen Alpen und Ostsee" im Ersten.
Ein medizinischer Notfall auf den riesigen Ländereien vorm Deich: Ein Kalb humpelt. Albert Smidt muss es versorgen und dazu erstmal die komplette Kuhherde in einer Ecke zusammentreiben. Denn sonst kann er sich den Patienten nicht schnappen und untersuchen. Seine Tochter Alice, ihr Lebensgefährte Basti und Enkelin Hanna sollen helfen. Etwas steht allerdings noch auf dem Hof: der Fangwagen. Der würde die ganze Sache etwas einfacher machen. Doch Albert hat keine Lust, ihn den langen unwegsamen Deich entlang bis zu den Rindern zu holen - und im Kopf schon eine andere Idee, wie er seine nicht gerade handzahme Kuhherde zusammentreiben kann. Alberts "Hilfstrupp" ist skeptisch. Aber dazu später mehr ...
Kaum ein Tag wie der andere auf dem Hof Smidt
Die Herausforderungen des Hof-Alltags löst der 75-jährige Landwirt, Pferdezüchter und Viehhändler oft auf eigenwillige Art und Weise. "Es ist immer wat", sagt Albert selbst - und was zu erledigen ist, läuft nicht immer reibungslos. Sei es, dass eine ganz besondere "Vogelscheuche" vor dem Hochwasser gerettet werden muss, eine Kuh ausbricht oder eine Ente plötzlich Hühnerküken ausbrütet, die dann Alberts Frau Anna großziehen muss - alles Geschichten, die ab dem 24. Juli in der ARD zu sehen sind.
Ostfriesische Gelassenheit: "Schwund ist immer"
Doch vielen sind Albert Smidt, seine Familie und der Hof im ostfriesischen Bingum schon heute keine Unbekannten: In den freitäglichen Hofgeschichten im NDR eroberten sie von 2019 bis 2022 die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Fast legendär etwa diese Szene: Albert will mit seinem Schwiegersohn einen umgestürzten Baum aus seinem Angelteich bergen. Um das Abschleppseil an der Baumspitze mitten im Teich zu befestigen, müsste Albert über den Stamm balancieren - traut sich aber nicht. Denn schwimmen kann er nicht. Also will er mit einem Ruderboot zur Baumspitze fahren. Mitten auf dem See dann das: Der alte Kahn ist leck und läuft voll Wasser. Albert selbst bekommt zum Glück nur nasse Füße. Doch beim Abtransport des Birnbaumes zerspringt auch noch die Seitenscheibe des alten Radladers. Und Albert? Bleibt ostfriesisch gelassen. "Schwund ist immer", sagt er. Und weil die andere Seitenscheibe des Radladers bereits bei einer anderen abenteuerlichen Aktion herausgebrochen ist, lohne sich die Reparatur jetzt wenigstens. "Und die Schuhe trocknen ja sowieso wieder."
Ein Hof fest in Familienhand
Eigentlich haben Albert und seine Frau Anna den Hof schon vor zehn Jahren offiziell an ihre Töchter Alice und Silke übergeben. Die beiden Frauen führen den Betrieb im Nebenerwerb. Hauptberuflich sind sie Finanzbuchhalterin und Altenpflegerin - also muss die gesamte Familie nebst Schwiegersöhnen und Enkelin Hanna mit ran, um alles am Laufen zu halten. 80 Pferde, 200 Deichschafe, eine Mutterkuhherde, eine stattliche Anzahl an Schwedischen Blumenhühnern und Laufenten gibt es auf dem Hof, der seit sechs Generationen im Familienbesitz ist. Wenn es nach Albert geht, könnten es ruhig noch mehr Tiere sein. Deshalb hat er sich auch einen ganz großen Traum verwirklicht: ein eigenes Storchennest. Zu seiner Freude kommen immer wieder Interessenten für die Immobilie in luftiger Höhe vorbei, noch aber wollte kein Storchenpaar verbindlich einziehen.
"In einem Hochhaus wäre ich innerhalb von drei Tagen tot"
Was Albert nicht verstehen kann, denn für ihn ist der Hof sein kleiner Mikrokosmos. Er ist hier geboren und aufgewachsen - und kann sich nicht vorstellen, woanders zu leben. "Wenn sie mich in ein Hochhaus verfrachten müssten: Ich wäre innerhalb von drei Tagen tot! Ich muss laufen können, ich muss in der Natur sein können." Und weil es zu Hause am schönsten ist, fährt er auch nie in den Urlaub.
Albert hat ein Herz für "Ladenhüter" und Ausrangierte
Höchstens zu Viehmärkten - da passiert es schon mal, dass er mit den "Ladenhütern" zurückkommt: Pferden, die sonst keiner mehr haben will, wie etwa die ausrangierte Zuchtstute Texa - zwanzig Jahre alt und ohne Schweif. Ein Herz hat Albert auch für verkrüppelte Weihnachtsbäume, die Heiligabend dann geschmückt in der guten Stube stehen und mit den Smidts feiern dürfen. Im Anschluss pflanzt Albert sie auf dem Hof ein - hin und wieder gesellen sich auch Tannen dazu, die andere in Gräben entsorgt haben. Tatsächlich sind aus manchen Bäumen durch Alberts gute Pflege schon wahre Prachtexemplare geworden.
Hof Smidt: Vom Milchviehbetrieb zum Reiterhof
Früher war der Hof ein reiner Milchviehbetrieb, im Zuge der Milchquote haben die Smidts in den 1980ern im wahrsten Sinne des Wortes umgesattelt: Anna Smidt entschied, auf den Familienponys Reitunterricht zu geben. Das sprach sich schnell herum und es kamen immer mehr Kinder. Anna brauchte mehr Ponys - und der Hof wuchs zu einer richtigen Reitschule mit Immenhof-Charakter heran. Albert baute derweil seine Pferdezucht und den Handel mit den Vierbeinern aus.
Dass das größte Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde liegt, hat Albert bereits als kleiner Junge herausgefunden. Allerdings über Umwege: Anfangs ritt er auf den Schweinen seines Vaters - der dann wohl das Talent seines Sohnes fördern wollte und Albert in der nächsten Reitschule anmeldete. Zur Konfirmation bekam er sein erstes Pferd und wurde erfolgreicher Turnierreiter - fast schaffte er es sogar in den Olympiakader der deutschen Springreiter.
Die Töchter Silke und Alice haben übernommen
Alles rund ums Reiten überlassen Albert und Anna inzwischen lieber ihren Töchtern - aber Anna hält im Hintergrund immer noch alles zusammen und ist wichtige Ansprechpartnerin bei großen Entscheidungen. Silke kümmert sich um die Neulinge in der Kinderreitschule und Alice unterrichtet die fortgeschrittenen Reiter. Außerdem bilden die Frauen die jungen Pferde aus, mit denen Alice erfolgreich im Turniersport unterwegs ist. Enkelin Hanna ist ebenfalls mit dem Pferdevirus infiziert, aber sie liebt auch die Deichschafe ihres Opas über alles und übernimmt hier immer mehr Verantwortung. Oft sind sie und Albert zusammen vorm Deich unterwegs - wobei Albert seine Enkelin zu gerne ärgert, wenn es etwa darum geht, ob nun Strom auf den Zäunen ist oder nicht.
"Tschiep, tschiep, tschiep!" - und die Herde reagiert
Und Albert kümmert sich um das, was sonst so auf dem Hof anfällt. Durch die Lage direkt an der Ems sind auch immer wieder besondere Wachsamkeit und tägliche Kontrollfahrten gefragt. Denn der Fluss ist mit der Nordsee verbunden: Je nach Wetterlage stehen die Ländereien vorm Deich unter Wasser. Hin und wieder müssen die Smidts ein Schaf aus den Fluten retten oder die Rinder auf ein erhöhtes Stück Land treiben, damit sie nicht in Gefahr geraten. Oft reicht dazu Alberts spezieller Lockruf "Tschiep, tschiep, tschiep!", damit die Herde reagiert.
Bauernschläue à la Albert Smidt
Und damit zurück zum humpelnden Kalb. Denn das "Tschiepen" hat tatsächlich geholfen, die Kühe in eine Ecke zu treiben, damit die Smidts besseren Zugriff auf das verletzte Tier haben. Und statt des Fangwagens hat Albert einfach zwei Seile zum Zusammenhalten der Herde benutzt - zum Erstaunen seines "Helfertrupps". So haben die Smidts wieder einmal eine Herausforderung des immer überraschenden Hof-Alltags gemeistert.
"Hofgeschichten": Landwirtschaft von Kälbergeburt bis Ernte
Der Hof Smidt ist einer von zwölf Landwirtschaftsbetrieben aus ganz Deutschland, die nun Einblick in ihren Alltag geben. Zwischen Kälbergeburt und Ernte-Marathon erzählen die "Hofgeschichten - Ackern zwischen Alpen und Ostsee" von leidenschaftlichen Bäuerinnen und Bauern, die im Stall und auf dem Acker anpacken, das Familienleben meistern und ihre Höfe zugleich fit für die Zukunft machen müssen.
Ob Inselbauer Matthias Schilling aus Mecklenburg-Vorpommern, Nina Bartl vom Tegernsee, die wegen ihrer immer fein manikürten Fingernägel im Ort die "Gucci-Bäuerin" genannt wird oder Berlins einzige Fischerin Maria Thamm, mit 21 Jahren die jüngste ihrer Zunft: "Sie stehen stellvertretend für etwa 250.000 andere, die alle für unser Essen und Wohlergehen in unserer unmittelbaren Umgebung sorgen. Ihre Produkte auf Märkten und in Geschäften haben wir als regional gekennzeichnet begeistert vor Augen; den Alltag der Erzeuger aber kennt kaum jemand", so ARD-Programmdirektorin Christine Strobl. "Schwitzen, wo andere Urlaub machen", so fasst es Bauer Sebastian aus Brandenburg zusammen, der mit seinem Trecker über die Spree-Fließe übersetzen muss, um an sein Feld zu kommen.
"Hofgeschichten" aus ganz Deutschland im Ersten
Bildgewaltig, authentisch und vielfältig erzählt die Gemeinschaftsproduktion von NDR, BR, MDR, RBB, SWR und WDR vom Arbeiten und Leben auf dem Land zwischen Alpen und Küste, Rhein und Oder - von Menschen, Tieren und Maschinen, von besonderen Herausforderungen, Sorgen, Freuden und gemeinsamen Festen.