Ein Mann verlässt eine Kirche © picture alliance/dpa Foto: Ingo Wagner

Kirchen verlieren bundesweit mehr als eine Million Mitglieder

Stand: 27.03.2025 18:12 Uhr

Die beiden großen Kirchen haben im vergangenen Jahr deutschlandweit zusammen mehr als eine Million Mitglieder verloren. Auch in Niedersachsen ging die Zahl der Gläubigen erneut zurück.

Ende 2024 gehörten bundesweit rund 37,8 Millionen Menschen einer der beiden Kirchen an, wie aus am Donnerstag von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichten Zahlen hervorgeht. 2023 hatten die Kirchen noch 38,9 Millionen Mitglieder. Beide christlichen Kirchen haben 2024 demnach jeweils rund 580.000 Mitglieder verloren. Gegenüber 2023 ging die Zahl der Kirchenaustritte im Jahr 2024 in den Landeskirchen und Diözesen allerdings leicht zurück.

Bistümer verlieren mehr als 30.000 Mitglieder

Auch in Niedersachsen verringerte sich die Zahl der Gläubigen weiter. So sank 2024 die Zahl der Mitglieder in den katholischen Bistümern Osnabrück und Hildesheim sowie im zum Bistum Münster gehörenden Offizialat Vechta um etwas mehr als 30.000. In Osnabrück liegt die Zahl der Mitglieder damit erstmals unter der Marke von 500.000, in Hildesheim lag sie noch knapp darüber, wie die Bistümer mitteilten.

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95.000 Menschen verlassen evangelische Landeskirchen

Deutlich zurückgegangen ist im vergangenen Jahr auch die Zahl der Mitglieder bei den evangelischen Kirchen in Niedersachsen. Den fünf Landeskirchen gehörten Ende 2024 rund 2,93 Millionen Menschen an, wie die Kirchen mitteilten. Das sind 95.000 weniger als im Jahr zuvor. Der Anteil der Protestanten in Niedersachsen liegt damit aktuell etwa bei 37 Prozent.

Landeskirche Hannover mit Minus von 70.000

Allein die evangelische Landeskirche Hannovers, die größte protestantische Landeskirche in Deutschland, hat im vergangenen Jahr rund 70.000 Mitglieder verloren. Rund 39.600 Menschen traten den Angaben zufolge im vergangenen Jahr aus den Gemeinden aus, etwa 41.400 Gemeindemitglieder starben. Rund 1.600 Menschen traten in die Kirche ein, etwa 700 weniger als im Jahr davor. Trotz der Verluste bleibt sie mit 2,16 Millionen Menschen die mitgliederstärkste deutsche Landeskirche. In ihr sind rund 1.200 Gemeinden zwischen dem Landkreis Göttingen und der Nordsee organisiert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.03.2025 | 14:00 Uhr

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