Lufthansa-Streik beendet: Dutzende Flüge im Norden ausgefallen
Zum zweiten Mal in diesem Monat hat ein Warnstreik des Bodenpersonals den Lufthansa-Betrieb nahezu lahmgelegt. Die größte deutsche Fluggesellschaft konnte am Dienstag rund zehn Prozent ihrer eigentlich geplanten 1.000 Starts und Landungen anbieten, wie ein Sprecher sagte. Auch in Hamburg, Bremen und Hannover wurden Verbindungen abgesagt.
Der Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals ist am Mittwochmorgen gegen 7 Uhr zu Ende gegangen. Der Flugbetrieb soll sich damit wieder normalisieren. "Lufthansa plant, nach Ende des ver.di-Streiks am Mittwochmorgen ihren Flugbetrieb in Frankfurt und München sukzessive wieder hochzufahren", sagte ein Unternehmenssprecher. Wegen der Auswirkungen des 35-stündigen Ausstands des Bodenpersonals könne es im Laufe des Tages vereinzelt zu Verspätungen oder Ausfällen kommen. Heute gehen die Tarifverhandlungen zwischen Lufthansa und ver.di in die nächste Runde.
Am Dienstag war der Warnstreik besonders an den Drehkreuzen München und Frankfurt zu spüren, aber auch an vielen anderen Flughäfen wurden Lufthansa-Flüge von den Tafeln gestrichen. In Hamburg wurden am Dienstag jeweils mehr als zehn Abflüge und Ankünfte von und nach Frankfurt und München gecancelt. Laut Flugplan waren außerdem schon am Montagabend zwei Flüge nach Frankfurt ausgefallen.
Schalter konnten nicht besetzt werden
Die Lufthansa warnte davor, trotz eines annullierten Fluges zum Flughafen zu kommen, weil Umbuchungsschalter nicht besetzt werden könnten. Wer einen innerdeutschen Flug gebucht hat, könne sein Ticket kostenlos umbuchen oder auf lufthansa.com in einen Bahnvoucher wandeln.
Flugausfälle auch in Bremen und Hannover
In Bremen und Hannover selbst wurde nicht gestreikt, es kam dort aber trotzdem zu Ausfällen von Verbindungen nach Frankfurt und München.
Hintergrund des Lufthansa-Streiks
Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di geht es bei dem Warnstreik um die konzernweiten Vergütungstarifverhandlungen für die rund 25.000 Beschäftigten am Boden - bei der Deutschen Lufthansa sowie weiteren Konzerngesellschaften. Auch in der dritten Verhandlungsrunde am 12. Februar sei es zu keiner Einigung gekommen. Das Angebot der Arbeitgeber aus der zurückliegenden Verhandlungsrunde sei von der großen Mehrheit der Beschäftigten abgelehnt worden. Kritisiert werden unter anderem die deutlich geringeren Erhöhungen für Bodenbeschäftigte im Vergleich zu anderen Berufsgruppen im Konzern. Auch sei der Konzern bislang nicht bereit, den Beschäftigten einen Teil ihres Einkommensverzichts aus der Corona-Pandemie nun in Zeiten von Rekordgewinnen wieder zurückzugeben.