Drogenschmuggel in Hamburg: Lange Haftstrafen für Ex-Hafenmitarbeiter
Zwei ehemalige Hafenmitarbeiter haben sich von einer Drogenbande mit Geld ködern lassen und beim Kokainschmuggel mitgemacht. Das Hamburger Landgericht hat sie jetzt zu hohen Haftstrafen verurteilt.
Einer muss für neuneinhalb Jahre ins Gefängnis, der zweite für über acht Jahre. Die Strafen gehen noch über das hinaus, was die Staatsanwältin gefordert hatte.
"Hafenmitarbeiter ermöglichten kriminelles Handeln"
Der Schock war den Angeklagten anzusehen. Einer saß wie erstarrt auf seinem Platz. Der andere schüttelte immer wieder fassungslos den Kopf. Die Vorsitzende Richterin betonte in ihrem Urteil, dass solche Hafenmitarbeiter das kriminelle Handeln von Drogenbanden erst ermöglichen würden.
480 Kilogramm Kokain aus Ecuador
Die Bande wollte 480 Kilogramm Kokain aus Ecuador einschmuggeln - mit einem Wert von rund 14 Millionen Euro. Der eine Angeklagte, Operator bei der HHLA, soll den Drogencontainer so platziert haben, dass der Jüngere ihn für die Bande öffnen konnte. Beide sollten mit jeweils 2.000 Euro pro Kilo Kokain belohnt werden. Ohne die beiden, so die Richterin, wäre die Bande gar nicht an den Container rangekommen.
Mitverantwortlich für Körperverletzung am Kollegen
Die Bande hatte einen anderen Hafenmitarbeiter auf dem Weg zur Arbeit abgefangen und zusammengeschlagen, damit der nicht in die Quere kommen konnte. Auch für diese Körperverletzung wird der angeklagte Operator mit verantwortlich gemacht. Nur durch ihn habe die Bande gewusst, welcher Kollege in der Nacht Schicht hatte und wo er wohnt.
