Zeitreise: Bunker Kilian in Kiel
Seit 20 Jahren existiert bereits der Verein Mahnmal Kilian in Kiel. Heute erinnert der Flandernbunker als Symbol für Krieg, Leid und Zerstörung.
Ein Knall, ein bisschen Rauch und jede Menge Schutt: Das war am 23. November 2000 das Ende des U-Boot-Bunkers "Kilian". Seit dem Zweiten Weltkrieg hatte er in der Kieler Förde gestanden. Die unvollständige Sprengung durch die Alliierten 1946 hatte eine markante Ruine hinterlassen, die seitdem weithin sichtbar aus dem Wasser ragte. Ein ideales Symbol für Krieg, Leid und Zerstörung.
Bunker als Mahnmal
Das zumindest fand der "Verein Mahnmal Kilian", der fünf Jahre vor der Sprengung gegründet worden war. Die Vereinsmitglieder hatten sich dafür eingesetzt, die Bunkerruine für eine Dokumentation und für Veranstaltungen auszubauen. Ohne Unterlass hatten sie mit den Verantwortlichen über eine Nutzung verhandelt, hatten Pläne entwickelt und Ideen vorgestellt - vergebens. Der Bunker stand dem Ausbau des Ostuferhafens im Weg und musste weg.
Versteigerung Flandernbunker
Mitgründer Jens Rönnau war enttäuscht und deprimiert, als das Dynamit den Sinn seines Vereins in Schutt und Asche legte. Da sprach ihn der damalige Hafenkapitän an: "Er fragte mich: Wissen Sie eigentlich, dass gerade der Flandernbunker versteigert wird?", erinnert sich Rönnau. "Wollen Sie den nicht ersteigern?" Tatsächlich erkannte der Verein schnell das Potenzial des Hochbunkers fast in Sichtweite zu Kilian. Sie boten und bekamen den Zuschlag. So kommt es, dass der "Verein Mahnmal Kilian" seitdem unermüdlich den mächtigen Flandernbunker nutzt.
Neuer Ort für den Verein Mahnmal Kilian
Der Hochbunker hat eine besondere historische Bedeutung: Gebaut unter Einsatz von Zwangsarbeitern, war der Betonklotz im Zweiten Weltkrieg Schutzraum vor allem für Soldaten. Und die Kommandantur für den gesamten Ostseeraum residierte dort. Heute veranstaltet der "Verein Mahnmal Kilian" in dem mittlerweile denkmalgeschützten Bauwerk Ausstellungen und Lesungen, Zeitzeugengespräche und Diskussionen - all das also, was die Mitglieder ursprünglich im Bunker Kilian geplant hatten. "Es konnte nach der Sprengung Kilians gar nicht besser kommen", sagt Jens Rönnau. "Für mich ist es der zweitbeste Ort für unsere Arbeit."